Benötigen Gemeinderatsmitglieder unbedingt neue Tische und Stühle, um vernünftige Entscheidungen fällen zu können? Bürgermeister Oliver Gortat jedenfalls schlug in jüngster Sitzung vor, eine neue Sitzungsmöblierung für den Bürgersaal im sanierten Rathaus anzuschaffen und hatte dazu auch einige Anschauungsexemplare mitgebracht.

Keine Unterstützung für Verwaltungsvorschlag

Unterstützung erhielt er nicht von den Bürgervertretern: Diese votierten vielmehr dafür, die rund 25 Jahre alten Stühle und Tische ordnungsgemäß reinigen zu lassen, um dadurch viel Geld einzusparen. Denn mit rund 80 000 Euro für neue Stühle und Tische müsse man schon rechnen, sagte der Bürgermeister.

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Nach seiner Darstellung befindet sich die Möblierung in einem ihrem Alter entsprechenden Zustand. Eine Aufbereitung dieser Möbel wäre grundsätzlich möglich, jedoch mit einem entsprechenden finanziellen Einsatz verbunden. Zudem sei die bisherige Bestuhlung relativ kantig und nicht stapelbar, was einen Umbau im Ratssaal entsprechend schwierig und platzintensiv mache.

Zeitintensive Umbauten im Saal vermeiden

Außerdem verfügten die bisherigen Ratstische nicht über die elektronische Infrastruktur, die für ein Arbeiten mit dem elektronischen Ratsinformationssystem von Vorteil wäre. Zeitgemäße Stühle könnten je nach Modell gestapelt werden, „die auch über Stunden einen angenehmen Sitzkomfort gewähren“, so der Bürgermeister weiter. Auch moderne Tische könnten platzsparend verstaut werden. Aufgrund dessen könnten langwierige und zeitintensive Umbauarbeiten der Vergangenheit angehören.

Günther Völk: „Wir schwimmen nicht in Geld“

Günther Völk (CDU) sprach von einem „stolzen Preis. Wir schwimmen nicht in Geld“. Auch Caroline Fruchtzweig (WF) befand, dass die vorgestellte Möblierung „einfach zu teuer“ sei. Mit den alten Stühlen könne man „sehr wohl weitermachen“, um dem alten Saal gerecht zu werden, sagte Völk weiter. Er schlug vor, diese reinigen zu lassen, wofür auch Willi Schirmeister (FW) plädierte. Elisabeth Lohrer (CDU) wiederum meinte, dass man über das Für und Wider überhaupt noch nicht gesprochen habe.

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Gortat sagte, dass gerade eine Kombination von Moderne und Historie es ausmache und wies darauf hin, dass der Rathaussaal verschiedenartig genutzt werde. „Wie bekommen wir hier funktionale Möbel rein, die auch von den nächsten Generationen genutzt werden könnten?“ Lohrer fragte: „Warum warten wir nicht ein bisschen, und stellen dann was Hochwertiges rein?“ Der Antrag Clemens Beirers (CDU), jetzt schon mal Angebote einzuholen, fand nicht die Mehrheit des Gremiums. Vielmehr möchte man zunächst einmal die jetzige Möblierung wieder auf Hochglanz bringen lassen.