Ein neuer, von Laien bedienbarer Defibrillator für Herznotfälle ist in einem Außenkasten bei der Turn- und Festhalle angebracht worden. Jeder, der in Zukunft Zeuge eines Herzstillstands wird, kann den automatisierten externen Defibrillator (AED) entnehmen und im Zusammenspiel mit der Herzdruckmassage optimal Erste Hilfe leisten. Dabei ist die Anwendung narrensicher: Der Defibrillator gibt nach dem Einschalten alle notwendigen Schritte akustisch vor. „Das Tolle dabei ist, dass das Gerät nur eingeschalten werden muss und dann genau beschrieben wird, was genau getan werden muss. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich – das Gerät ist quasi vom Affen getestet“, freute sich Bürgermeister Oliver Gortat, der das Gerät gemeinsam mit Johanne Ziegler von der Björn-Steiger-Stiftung offiziell in Betrieb nahm.

Gemeinsames Projekt „Herzsicherer Bodenseekreis“

Im November vorigen Jahres hatte die Stiftung gemeinsam mit der Landkreisverwaltung grünes Licht für das Projekt „Herzsicherer Bodenseekreis“ gegeben. Dazu gehören zwei Komponenten: Zum einen die flächendeckende Aufstellung von AED-Geräten, zum anderen die Schulung der Bevölkerung in Sachen Wiederbelebung. Auch in Sipplingen sollen künftig derartige Schulungen angeboten werden.

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Chancen sinken mit jeder Minute ohne Hilfe

Nach Mitteilung der Stiftung fallen in Deutschland jährlich rund 100 000 Menschen dem Herztod zum Opfer. Betroffene hätten bei schneller Erster Hilfe aber eine realistische Überlebenschance. Nach Eintreten des Herzstillstands sinke die Überlebenswahrscheinlichkeit pro Minute um zehn Prozent, wenn überhaupt keine Erste Hilfe erfolgt. Demgegenüber liege die Überlebenschance aber bei 50 bis 70 Prozent, wenn Ersthelfer sofort nach dem Stillstand mit einer Herzdruckmassage beginnen und ein Laien-Defibrillator innerhalb der ersten drei Minuten zum Einsatz komme.

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Zwei weitere Standorte für Defibrillatoren geplant

„Ein plötzlicher Herztod kann jeden von uns treffen“, sagte Gortat. Er dankte der Björn-Steiger-Stiftung, dass diese sich unter anderem in Kooperation mit den Kommunen zum Ziel gesetzt hat, die Orte mit öffentlich zugänglichen Defibrillatoren auszustatten. In Sipplingen gibt es seit 2005 einen zugänglichen Defibrillator im Bereich des Rathausplatzes, der 2016 von einem neuen Gerät ersetzt wurde. Nach der Fertigstellung der Rathaussanierung wird er wieder angebracht werden, so der Bürgermeister. Sein Ziel ist es, dass „zeitnah“ auch ein weiterer Defibrillator bei der Touristinformation am Bahnhof sowie beim Clubheim des TSV Sipplingen am Sportplatz installiert wird.