Die Coronakrise trifft alle Menschen schwer. Auch lokale Unternehmen werden hart getroffen. Aufgrund der mit dieser Krise verbundenen Maßnahmen wurden etliche Geschäfte zu vorübergehenden Schließungen gezwungen und müssen mit hohen Umsatzeinbußen rechnen Dies wiederum kann im schlechtesten Fall zur Auflösung von Unternehmen in Verbindung mit Arbeitsplatzverlusten und einer Minderung der wirtschaftlichen Vielfalt in der Region führen. Wie lange die Ausgangsbeschränkungen gelten werden, ist noch nicht absehbar. Erst recht nicht, welche Auswirkungen diese auf die deutsche Wirtschaft, insbesondere auf den lokalen Handel, die Indus­trie, Dienstleister und die Handwerksbetriebe in Singen haben werden.

Für die Interessengemeinschaft (IG) Singen Süd, eine starke Gemeinschaft von Singener Unternehmen, ist eines klar: in dieser schweren Zeit ist es wichtiger denn je, die Betriebe vor Ort zu unterstützen und die Treue zu ihnen zu halten. Dirk Oehle, Vorsitzender der Interessengemeinschaft bittet Endverbraucher und Konsumenten darum, sämtliche Einkäufe nach Möglichkeit auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, wenn wieder ein regulärer Einkauf in den Geschäften möglich ist. Wenn eine Anschaffung dringend ansteht und sich nicht aufschieben lässt, fordert er die Kunden dazu auf, die Händler vor Ort zu kontaktieren. Trotz vieler Geschäftsschließungen seien fast alle per E-Mail oder Telefon zu erreichen, um Kundenwünsche zu erfüllen. „Regionalität steht an erster Stelle“, so Dirk Oehle. Um die Region als eine so vielfältige und lebenswerte zu erhalten, sei es ein „Muss“ für die Bürger, Geschäfte vor Ort abzuwickeln. Damit auch in der Zeit nach der Coronakrise eine große Auswahl und eine hohe Qualität von den lokalen Händlern geboten werden können, müsse man diese unterstützen – so gut es eben ginge. Gerade jetzt würde dies zählen! „Wenn wir jetzt nicht die lokalen Betriebe unterstützen, geht uns für die Zeit nach der Coronakrise ein Stück Lebensqualität verloren“, bittet auch Klaus-Peter Wentzel vom Braun Möbel-Center in Singen und Beisitzer der IG Singen Süd um die Unterstützung der Kunden. So gut wie alle Händler und Dienstleister seien um eine gute Lösung für die Kunden bemüht und gewillt, neue und teils ungewöhnliche Wege zu gehen, um die Kunden optimal zu beraten und zu bedienen. Denn besonders mit der eigenen Persönlichkeit und einer individuellen Beratung kann der Handel vor Ort im Gegensatz zum Onlinehandel punkten. Aktuell gilt es die lokalen Geschäfte zu stärken. Für diese im Moment benachteiligen Betriebe müsse man Vorteile gegenüber den geöffneten und dadurch konkurrenzlos arbeitenden Onlinegeschäften schaffen. Außerdem empfiehlt er bei Onlinekäufen, Plattformen von lokal arbeitenden Anbietern zu besuchen.

Ziel der Stärkung des lokalen Handels ist es, das Erlebnis Einkauf in Singen zu erhalten. „Wenn jetzt der Handel stirbt, muss der Einkauf später über andere Kanäle erfolgen“, so Oehle. Dabei sei es doch so wichtig, bei einem Einkauf die Ware fühlen, schmecken und anprobieren zu können. „Unsere Wirtschaft ist wie ein Motor, der nicht stillstehen darf“, vergleicht der IG-Vorsitzende. Dieser Motor könne sich mal eine Zeit lang langsamer drehen, einem Stillstand aber gelte es jetzt persönlich entgegen zu wirken. Denn letztendlich geht es um alle Menschen und um deren Arbeitsplätze in der Region. Das Leben sei eine Verkettung und vieles würde voneinander abhängen.

„Regionalität steht an erster Stelle.“

Dirk Oehle, Vorsitzender IG Singen Süd

„Wenn wir jetzt nicht die lokalen Betriebe unterstützen, geht uns für die Zeit nach der Coronakrise ein Stück Lebensqualität verloren.“

Klaus-Peter Wentzel, Beisitzer IG Singen Süd

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