Eltern müssen für ihre Kinder, die das Kinderhaus „Kleine Raupe“ besuchen, seit 1. Januar etwas tiefer in die Tasche greifen. Der Gemeinderat beschloss vor der Weihnachtspause, die Gebühren geringfügig zu erhöhen: Je nach Betreuungsmodell macht das 1 bis 6 Euro im Monat aus. Das Gremium folgte damit einer Empfehlung des Städte- und Gemeindetags in Zusammenarbeit mit den kirchlichen Spitzenverbänden, womit eine kontinuierliche Anpassung um relativ niedrige Beträge erreicht wird. Letztmals waren die Gebühren im vorigen Jahr erhöht worden.

Wie Kämmerin Sabrina Girrbach in der Ratssitzung erklärte, rechnet die Gemeinde durch die Gebührenerhöhung mit Mehreinnahmen von 2500 Euro im Kindergartenjahr 2022. „Wie in der Vergangenheit können diese Beträge natürlich nicht die allgemeinen Kostensteigerungen auffangen“, erklärte sie. Der Haushaltsplan 2021 weise im Kindergartenbereich Ausgaben von über 750 000 Euro aus. Die Elternbeiträge deckten 11,1 Prozent der Kosten. Girrbach machte deutlich: „Das bedeutet: Rund 90 Prozent der Kosten übernimmt somit die Gemeinde oder das Land über Zuwendungen.“ Letztlich trage die Gemeinde 44 Prozent der Gesamtkosten mit einem Zuschussbedarf von 415 000 Euro über den allgemeinen Haushalt. Die jetzt beschlossene Erhöhung bezeichnete Gemeinderat Thomas Biller (FW) als „moderat und wichtig, um dem Ziel von 20 Prozent Kostendeckungsgrad ein bisschen näher zu kommen“.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie Kindergartenleiterin Nicole Beurer erklärte, sei der Alltag im Kinderhaus nach wie vor von Corona geprägt. Sie freue sich, dass seit September wieder die Kinder aller drei Gruppen zusammenkommen können. „Das bringt für die Kinder und auch für uns ein Stück weit wieder Normalität“, so Beurer. „Die Kinder können sich wieder in den Gruppen besuchen, im Flur gibt es wieder Spielbereiche und Turnhalle und Garten sind wieder als Bewegungsbereich nutzbar.“ Der 25. Geburtstag des Kinderhauses, der 2021 angestanden hätte, soll im Frühjahr oder Sommer nachgeholt werden. Zu diesem Fest solle auch der Eingangsbereich neu angelegt sein, derzeit laufe die Planung und die Organisation. Beurer warb: „Wir suchen momentan noch Unterstützer.“

Platzmangel als Problem

Sie informierte weiter, dass sowohl beim Mittagessen als auch im Ausruhraum Platzmangel herrsche; ein Pausenraum für die Erzieherinnen sei wichtig aufgrund des Schichtdienstes. Nicole Beurer erklärte, dass eine Umfrage unter den Eltern Bedarf für eine Erweiterung der Öffnungszeiten aufgezeigt habe. Das müsse aber unter anderem eine Änderung der Betriebserlaubnis nach sich ziehen. In der Kinderstube gebe es derzeit keine freien Plätze mehr und man brauche dringend eine weitere Tagespflegefachkraft. Bisherige Bemühungen hätten leider nicht zum Erfolg geführt. Für die Betreuung der Schulkinder sei es aus pädagogischer Sicht „sehr wichtig, dass feste Räumlichkeiten vorhanden sind“. Auch die Ferienbetreuung sollte man im Blick behalten, um eventuell zukünftig den Eltern und Kinder ein Angebot machen zu können.

Die weitere Zukunft des Kinderhauses ansprechend, sagte Beurer, man wolle pädagogisch und institutionell immer auf er Höhe der Zeit sein. Neue pädagogische Programme wolle man nicht gleich übernehmen, sondern gut abwägen, ob diese gebraucht würden oder ob das Ziel auch mit der vorhandenen Arbeitsweise erreicht werden könne. Beurer schloss: „Wir wollen weiterhin nicht gleich auf jeden Zug aufspringen.“