Der Überlinger Kunsterzieher und Künstler Erwin Niederer wird bei der um 11 Uhr beginnenden Vernissage die Einführung geben und er war auch an den Vorbereitungen beteiligt. "Ich habe mich lange gefragt, ob ich es machen soll – und ich habe mich dafür entschieden, weil das teils bestechend und beeindruckend gemalte Bilder sind." Zu sehen sein werden nämlich fünf Wochen lang insgesamt 80 Nachschöpfungen von Originalbildern – die allerdings handgemalt sind und, wie Niederer sagt, historische Kopien, also zeitgenössisch entstanden. Woher sie genau stammen, bleibt im Dunkel. Sie gehören einem Sammler, der selbst ungenannt sein will und der sie in den vergangenen zwei Jahren zusammengekauft habe, meist von ungarischen Antiqitätenhändlern. "Die Provenienz ist etwas mysteriös", kommentiert das Niederer, "aber es ist eine faszinierende Zeitreise zu den Wurzeln der Modernen Kunst".

Die Privatsammlung mit den Kopien der Gemälde aus der legendären Künstlerkolonie im einst ungarischen Nagybanya (heute Rumänien) werde erstmals im deutschsprachigen Raum öffentlich gezeigt. "Die Ausstellung zeichnet die Geburtsstunde der Modernen Kunst authentisch nach: Expressionismus, Kubismus, Futurismus", erläutert Niederer weiter. Gezeigt Gemälde von Alexander Archipenko, Fernand Léger, Albert Gleizes und berühmten Vertretern der ungarischen Avantgarde wie Sandor Ziffer, Béla Kádár und anderen. Die Arbeiten sind in Öl oder Gouache ausgeführt und bestechen durch ihre authentische Präsenz. Ein Teil der Sammlung steht zum Verkauf.

"Die vergessene Sammlung – Aufbruch in die Moderne Kunst der Künstlerkolonie Nagybanya". Galerie im Bahnhof Sipplingen. Eröffnung am Sonntag, 17. September, 11 Uhr. Geöffnet bis bis 22. Oktober Mo. – Fr. 9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Sa. 11 – 14 Uhr.