Angesichts der Trockenheit und Wärme und dem damit verbundenen „beträchtlichen Borkenkäferbefall“ in der Vergangenheit hofft Revierförster Rolf Geiger, dass es in diesem Jahr wieder feuchter im Sipplinger Wald zugehen möge. „Wir hatten mehr Schadholz und mehr Borkenkäfer als sonst zu beklagen“, sagte er als Resümee des Jahres 2019 für den 189 Hektar großen Wirtschaftswald.

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8000 Euro Gewinn erwartet

Er rechne mit einem reduzierten Gewinn von 8000 Euro, im Vorjahr seien es noch 10 750 Euro gewesen. Das teilte der Leiter des Überlinger Amts für Grünflächen, Umwelt und Forst in der ersten Gemeinderatssitzung des neuen Jahres mit, als es um den Waldwirtschaftsplan ging.

Einschlag von 1150 Festmetern geplant

1150 Festmeter Holz sollen in diesem Jahr laut dem zehnjährigen Forsteinrichtungsplan eingeschlagen werden, wodurch inklusive der Erschließung Einnahmen von 67 400 Euro erwartet werden. Demgegenüber stehen kalkulierte Ausgaben von 59 400 Euro, was einen prognostizierten Überschuss von 8000 Euro ergibt.

Anstehende Arbeiten im Wald

Ein halbes Hektar Fläche soll neu bepflanzt werden, auf drei Hektar ist Jungbestandspflege geplant und auf vier Hektar werden Sträucher, Gras und anderer Begleitbewuchs entfernt (mechanische Kultursicherung). Außerdem sind in dem Bereich ebenfalls Pflanzungen vorgesehen.

Sägereien wollen wieder mehr frisches Holz

Im Vorjahr habe man 150 Festmeter Borkenkäferholz fällen müssen, dennoch habe man einen planmäßigen Einschlag erreicht, sagte Geiger: „In der Summe sind wir gut gefahren.“ Der Preis für Fichtenholz habe sich aber inzwischen von rund 100 auf zirka 60 Euro pro Festmeter (40 Euro bei Borkenkäferholz) verschlechtert. „Die Sägereien wollen jetzt aber wieder mehr frisches Holz“, sagte Geiger. Er führte in Bezug auf die künftige Bewirtschaftung aus, dass man auf Nadelholz nicht verzichten können werde. „Es ist wirtschaftlich eine Größe, um die wir nicht herumkommen. Im Baugewerbe ist es einfach das am meisten verwendete Holz.“

Douglasie und Lärche stärker im Fokus

Man wolle künftig verstärkt mit der Douglasie arbeiten, da sie mehr Trockenheit bei mehr Wuchsleistung vertrage. „Eigentlich ein Widerspruch, der uns aber zugute kommt.“ Außerdem setze man auf die Lärche, die seit vielen Jahren gute Preise erziele. Die Fichte wolle man als Mischbaumart weiter anpflanzen, insbesondere an der Nordseite des Waldes am Sipplinger Berg, die nasser sei als die Südseite. Probleme mit der Wärme habe auch die Buche, die aber von Natur aus stets nachwachse.

Aufforstung an Steilhängen sinnvoll?

Ob die Aufforstung bei Steilhängen etwas bringe, wollte Thomas Biller (Freie Wähler) wissen. Der Revierförster antwortete: „Das ist eine Abwägungssache. Wald ist grundsätzlich gut. Aber was bringt es der Gemeinde, wenn alles wieder zuwächst und uninteressant wird. Nutzen könnte man den Wald ohnehin nicht.“