In der aktuellen Ausstellung im Bahnhof Sipplingen treffen zwei Künstler aufeinander, deren Handwerkszeug unterschiedlicher nicht sein könnte. Rotraud Harling, die in Sipplingen wohnende Profifotografin, und Felix Sommer, Zeichner, Grafiker und Maler von der Höri. Während Harling mit großformatigen, analogen Kameras hantiert, bearbeitet Sommer seine Bildgründe mit Stiften, Tusche, Pinseln, Acrylfarben, Ritzwerkzeugen.

Beide erzählen Geschichten, die eine von der grandiosen Natur in Brasilien, von Kulturdenkmälern in Griechenland, von Architektur und archäologischen Fundstücken. Der andere tastet die Odyssee von Homer nach Motiven ab, die sich auf unsere Zeit beziehen lassen, der Suche nach Heimat, ausgesetzt den Gefahren auf unbekannten Wegen, abhängig von fremden Menschen und Kulturen. Christian Scheel bezeichnete in seiner Laudatio Felix Sommer als einen der herausragendsten Zeichner im Südwesten Deutschland. In seinen filigranen und vielschichtigen Arbeiten verschmelzen Zeichnung und Malerei, labyrinthische Welten eröffnen sich, eine Bühne für teils skurril agierende Personen, witzig, ironisch, verzweifelt Halt und Orientierung suchend.

Die fotografischen Arbeiten von Rotraud Harling stellte als Laudator Thomas Konofol vor und entführte die Zuhörer in die Welt der klassischen, analogen Fotografie. Rotraud Harling habe das Fotografenhandwerk von der Pieke auf gelernt, habe viele Jahre in der Dokumentationsfotografie gearbeitet, Glasmalereien aus dem Mittelalter, Archäologie, Architektur. Auch heute noch benutze sie ihre analoge Rollei-Mittelformatkamera, manchmal auch die große Linhoff-Plattenkamera. In der Ausstellung zeigt sie meist großformatige Farb- und Schwarzweißfotografien aus unterschiedlichen Schaffensperioden, die bunte Farbigkeit Brasilien ebenso wie die Strenge von Architektur oder Artefakte aus der Kunstgeschichte, immer das Spiel von Licht und Schatten im Zentrum.

Die Ausstellung in der Galerie Bahnhof Sipplingen läuft noch bis zum 21. Mai und ist geöffnet von Montag bis Freitag, 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, samstags 9 bis 12 Uhr.