Ein Radweg entlang der alten Bundesstraße 31 (B 31-alt) ab Landungsplatz in Richtung Westen ist seit vielen Jahren ein großer Wunsch der Gemeinde Sipplingen. „Die derzeitige Situation ist suboptimal und gefährlich. Doch kurz- bis mittelfristig wird es keine Lösung geben“, ließ Bürgermeister Oliver Gortat in der jüngsten Gemeinderatssitzung durchblicken.

Dennoch wird sich die Situation für Radfahrer künftig zumindest geringfügig verbessern. Der Gemeinderat beschloss die Anbringung eines 1,5 Meter breiten Radschutzstreifens an der Seeseite der alten B 31 vom Bahnübergang bis zum Ortsende in Fahrtrichtung Überlingen. Außerdem sollen Radpiktogramme auf der gegenüberliegenden Straßenseite – Fahrtrichtung Ludwigshafen – angebracht werden. „Glücklich ist die Situation aber dann nach wie vor nicht“, sagte der Rathauschef nach dem Beschluss.

B 31-alt wird in rund einem Jahr zur Landesstraße herabgestuft

Wie Gortat erläuterte, fand im Juli dieses Jahres ein Behördentermin zur künftigen Führung des Radweges statt, bei dem mehrere Sachverhalte festgehalten worden seien. So werde die B 31-alt in rund einem Jahr zur Landesstraße herabgestuft, womit die Baulastträgerschaft wechsele. Mit der seit Juli geltenden Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 habe man bereits ein wichtiges Sicherheitsmerkmal für Radfahrer geschaffen.

Seeseitiger Radweg in naher Zukunft nicht realisierbar

Das Regierungspräsidium habe mitgeteilt, dass ein seeseitiger Radweg aus den unterschiedlichsten Gründen in naher Zukunft nicht gebaut werden könne. Unabhängig davon sei für solch eine Lösung ein Planfeststellungsverfahren erforderlich – mit einer Dauer von mindestens zehn Jahren bei ungewissem Ausgang. Deshalb gelte es, Verbesserungen zu planen, die kurzfristig umgesetzt werden können.

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Einzige und kurzfristig realisierbare Lösung sei ein 1,5 Meter breiter Radfahrschutzstreifen auf der Seeseite der Straße. Ein eingefärbter Radweg von 1,8 Metern Breite sei nicht möglich, da dann die sogenannte Restfahrbreite nicht eingehalten werden könne.

Lastwagenverbot nicht umsetzbar

„Der Schutzstreifen reduziert optisch die Fahrbeinbreite und führt zu erhöhter Aufmerksamkeit“, hieß es. Mit der Anbringung von Radpiktogrammen, die lediglich empfehlenden Charakter hätten, könne erreicht werden, dass die Verkehrsteilnehmer mehr Rücksicht aufeinander nehmen.

In Richtung Ludwigshafen sollen auf der Fahrbahn Radpiktogramme angebracht werden. Damit erhofft man sich eine gesteigerte gegenseitige Rücksichtnahme.
In Richtung Ludwigshafen sollen auf der Fahrbahn Radpiktogramme angebracht werden. Damit erhofft man sich eine gesteigerte gegenseitige Rücksichtnahme. | Bild: Kleinstück, Holger

Weiter sei festgestellt worden, dass ein Lastwagenverbot nicht umsetzbar sei. Das liege zum einen an der Klassifizierung der B 31-alt, zum anderen an der Verbindungsfunktion der Straße.

Markierung ab Kreuzung B 31-alt/Im Breitenweingarten bis Ortsende

Der Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus, den Radschutzstreifen sowie die Piktogramme anzubringen. Die Markierung des seeseitigen Schutzstreifens soll auf Höhe der Kreuzung B 31-alt/Im Breitenweingarten beginnen und bis zum Ortsende in Fahrtrichtung Überlingen führen.

Leichte Bedenken äußerte Günther Völk (CDU), der in den Piktogrammen einen „rein psychologischen Effekt“ sah. „Ich bin skeptisch, ob sie was bringen, sie tun zumindest nicht weh“, sagte er. Völk hätte gern eine Lösung wie in Goldbach in Richtung Überlingen gesehen, wo die Radfahrer vom Geh- und Radweg optisch auf die Fahrbahn geführt werden.

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