Baulich-restaurierende Gründe sind es, die fürs bekannt-beliebte Sipplinger Rathauskonzert ein Ausweichen in die evangelische Kirche notwendig machten. Die Zuhörer im vollen Kirchensaal durften mit Titel und Instrumenten eine besondere Stunde der Musik erwarten. Sie waren rundum begeistert und dankten mit viel Beifall.

Susanne Sigg (Viola) und Hans Maier (Akkordeon) luden zu ihrem Konzert mit dem spannenden Titel „Dasselbe anders“ ein – ein anderes und nicht gewohntes Konzert eben. Beide können, so war über sie informativ zu lesen, auf eine beachtenswerte Musik-Vita verweisen. Ihr Auftritt – in der Zusammenstellung der aufgeführten Werke wie im sensiblen wie auch fordernden Vortragsduktus – bestätigte das. Mit Kompositionen von Johann Sebastian Bach war am Anfang und zum Schluss des Konzerts der Rahmen gesetzt für die weiteren Werke von Cornelius Schwehr (*1953), Manuel de Falla (1876-1946) und Ralph Vaugh Williams (1834-1875).

Fröhliches Zwiegespräch

Von Bach ließ das Duo das „Agnus Dei„ aus „Drei Arien ohne Worte“ hören – ruhig, andächtig, bittend in feiner musikalischer Vorstellung. Frisch, heiter, in lebendigem Zuspruch, herzlich, aber auch mit melancholischer Stille und nachdenklicher Sachtheit (Andante) bis zum fröhlichen Zwiegespräch im abschließenden „Allegro moderato“ musizierten die beiden die Sonate in G-Dur (BWV 1027), die Gambensonate.

Der gebürtige Freiburger Cornelius Schwehr und heute dort Professor an der Musikhochschule komponierte 2001 „accompagnato (mutuo)“ für Viola und Akkordeon, ein Stück mit wechselseitiger Inspiration – in vorsichtigen Schritten, suchend, mit hellem langgezogenem Strich, flimmernd und extravagant. Man musste genau hinhören auf die am Schluss fast gehauchte Musik. Drei von Manuel de Fallas „Siete canciones populares españolas“ erklangen im volkstümlich farbigen Kolorit und in rhythmisch-tänzerischer Besonderheit: „El Paño Moruno“ (Das maurische Tuch) aus de Fallas Heimat Andalusien, „Asturiana“ mit seiner lyrischen Herkunft aus dem nördlichen Asturien mit tiefen Tönen im Akkordeon und hohen in der Viola sowie das nachdenklich-zufrieden stimmende Wiegenlied „Naña.“ Zu „Romanze“ von Ralph Vaugh Williams überzeugten zur romantisierenden Harmonie die untermalende Töne des Akkordeons und die energische Steigerung der Violine.