Täglich drei statt wie bisher vier Hörspiele: Das ist die wesentliche Neuerung der Hörspielkirche, die im vergangenen Jahr aufgrund des Lutherjahrs eine geplante Pause eingelegt hatte, nun aber wieder mit neuer Kraft loslegt. In der Jakobuskirche beginnt am kommenden Sonntag um 10.30 Uhr die sechste Saison mit einem Hörspielgottesdienst. Bis zum 9. September wird unter der Woche ein buntes Programm an Hörspielen aufgeführt, seien es Erzählungen, Krimis, Mundartgeschichten oder Humorvolles, Nachdenkliches und Experimentelles. Jeden zweiten Sonntag werden Hörspiele in einen besonderen Gottesdienst aufgenommen.

Angebot zur Freizeitgestaltung vom Wetter unabhängig

In der vergangenen Saison kamen 1200 Besucher, um die Hörspiele zu erleben. "Ganz Ohr sein und Kino im Kopf erleben", drückt es das Team der Hörspielkirche um Pfarrer Matthias Sehmsdorf und Projektleiterin Carolyn Trittel aus. Sie sehen die Hörspielkirche als attraktives kulturelles, wetterunabhängiges und niederschwelliges kirchliches Angebot zur Freizeitgestaltung.

2017 Pause wegen Reformationsjahr

„Im Vorjahr haben wir gemerkt, dass wir die Kraft für 500 Jahre Reformation brauchten“, erläutert Matthias Sehmsdorf, seit September 2013 Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde Ludwigshafen am See, warum ein Jahr Pause eingelegt worden war. Diese habe dem Mitarbeiterteam aber gut getan, „weil wir dadurch einfach mal innehalten und uns neu aufstellen konnten“. Das habe die Zusammenstellung des Teams, die Finanzen, die Projektleitung und auch die inhaltliche Arbeit betroffen.

Täglich drei Termine: Kinder, Erwachsene und "schwere Kost"

Neu ist, dass statt vier Hörspiele pro Tag nur noch drei stattfinden: um 15 Uhr ein Kinderhörspiel, um 17 Uhr ein Erwachsenenspiel und um 19 Uhr „etwas schwere Kost“, wie es Carolyn Trittel ausdrückt, die Leiterin des Arbeitskreises. Die Ludwigshafenerin begleitete die Hörspielkirche bereits als freiwillige Helferin. Die Reduzierung auf drei Hörspiele habe zu tun mit der Betreuung, den Kosten und den Lizenzen. „Wir wollen ein stückweit effektiver und trotzdem genauso ansprechend bleiben“, erläutert Matthias Sehmsdorf.

Menschen auch für Kirche gewinnen

Die Hörspielkirche sei Herausforderung und Chance zugleich, Menschen für Kirche, Werte und Kultur von klein auf zu gewinnen und Menschen vor Ort und aus der Ferne ins Gespräch zu bringen, sagt Sehmsdorf. Die Hörspielkirche sei wie ein Leuchtturm mit großer Strahlkraft.

Dekanin Regine Klusmann eröffnet sechste Reihe

Er freut sich, dass Dekanin Regine Klusmann mit ihm gemeinsam die sechste Saison am Sonntag um 10.30 Uhr eröffnen wird. Darin sieht er eine Signalwirkung für den Bezirk und für die Finanzierung. So geht in diesem Jahr die Bezirkskollekte erstmals auch an die Hörspielkirche, neben dem sozialen Beschäftigungsprojekt Werkstättle in Pfullendorf und der Bibelgalerie in Meersburg. Von der politischen Gemeinde gibt es dieses Jahr einen Zuschuss von 2500 Euro, für die kommenden zwei Jahre jährlich 2000 Euro. Sehmsdorf freut sich auch, dass die Tourist-Information das Projekt unterstützt.

Tourist-Info: Hörspielkirche bringt mehr Tagesgäste

Deren Leiterin Sylvia Fritz sieht in der Hörspielkirche aus touristischer Sicht ein Alleinstellungsmerkmal mit positiver Strahlkraft für Sipplingen. Man verzeichne infolge der Hörspielkirche einen leichten Zuwachs an Tagesgästen, welcher sich positiv auf das touristische Angebot auswirke. Das Projekt richte sich an Touristen und Einheimische gleichermaßen und solle so die Wechselbeziehung von Gemeinde, Region und Tourismus stärken.

Informationen im Internet: http://www.hoerspielkirche-sipplingen.de