Am Ende freute sich Oliver Regenscheit, Vorsitzender der Modellsport-Gruppe Sipplingen, über den regen Zuspruch aus der Bevölkerung. Sein Verein hatte nach sechs Jahren wieder eine Ausstellung in der Sipplinger Turn- und Festhalle ausgerichtet. „Wir haben über hundert Modelle zusammengebracht, einige Modelle kannte ich selbst noch nicht“, erklärt Regenscheit. Sie wurden nicht nur auf den Ausstellungstischen präsentiert, sondern standen auf dem Boden oder hingen in der Luft.

Zeitweise Ärger im Ort wegen Fluggeräuschen

Die Akzeptanz von Nicht-Modellfliegern für das Hobby sei im Ort nicht immer gegeben gewesen. Denn die Geräusche, die beim Ausüben dieses speziellen Hobbys entstanden, passten vielen Bürgern nicht. „Ja, es gab Probleme. Aber die haben wir nicht mehr“, meint Regenscheit erleichtert.

In der Gemeinde werde den Modellfliegern Verständnis entgegengebracht. „Wir beteiligen uns in der Gemeinde, zeigen Gesicht." So sind die Modellflieger bei der jährlichen Gemeindeputzete dabei und auch am Dorffest sind sie vertreten. „Wenn die Leute mit den Geräuschen ein Gesicht verbinden, ist auch die Akzeptanz da“, weiß der Modellbauer.

Drohnen-Flieger kennen oft Vorschriften nicht

Probleme machten eher die Quadrokopter, die es jetzt überall zu kaufen gebe. „Ein Bekannter von mir musste letztens so eine aus dem Garten vom Nachbarn holen“, erzählt Regenscheit. Die Benutzer wüssten oft nicht, welche Vorschriften für diese Fluggeräte gelten. Aber der Drohnen-Boom habe nicht nur Ärger zu Folge. „Auch das Interesse am Modellfliegen ist dadurch gestiegen“, weiß der Modellbauer zu berichten.

Oliver Regenscheit, Vorsitzender der MSG Sipplingen, mit dem größten und dem kleinsten Exponat der Ausstellung.
Oliver Regenscheit, Vorsitzender der MSG Sipplingen, mit dem größten und dem kleinsten Exponat der Ausstellung. | Bild: Mardiros Tavit

Er selbst stellte sechs seiner 20 bis 25 Modelle aus, beeindruckende, detailtreue Warbirds, Nachbauten von Militärfliegern aus den beiden Weltkriegen. Neben seinen Fliegern stand ein Prachtstück der Ausstellung: ein Starfighter-Modell im Maßstab von 1:3,6. Ein flugfähiger Nachbau mit Turbinenantrieb, 350 Stundenkilometer schnell, 4,4 Meter lang und einer Flügelspannweite von 1,8 Metern. Das Modell wurde vom befreundeten Modellflieger Jürgen Sickinger vom MFC Hohenzollern zur Verfügung gestellt. Zwar stellten Flugzeugmodelle die Großzahl der Exponate, aber es gab auch Motorboote, Helikopter und Multikopter.

Modellbau-Neuling Erich Renz (links) lässt sich vom erfahrenen Modellflieger Fridolin Becker die Details an dem Düsenflieger erklären.
Modellbau-Neuling Erich Renz (links) lässt sich vom erfahrenen Modellflieger Fridolin Becker die Details an dem Düsenflieger erklären. | Bild: Mardiros Tavit

„Das Faszinierende an unserem Hobby ist die Vielfältigkeit“, sagt Regenscheit und sein Vereinskamerad Fridolin Becker stimmt ihm zu. Als Rentner kann sich Becker intensiv um sein Hobby kümmern und hat ein umfassendes Wissen, von dem die Besucher gern profitierten. Geduldig erklärte er die Details an seinen Modellen. Aber es gab nicht nur stehende Modelle zu bewundern. Björn Keller demonstrierte Flugkünste auf der Wiese hinter der Halle. Mit seinem ultraleichten RC-Modell aus Schaumstoff zeigte er Loopings und Rollen. Gestartet und wieder eingefangen wurde der elektrobetriebene Kunstflieger aus der Hand.

Die Vorschriften beim Modellflug

Es gelten strenge Vorschriften, die die Modellflieger einhalten müssen. Wer in Vereinen organisiert ist, kann sich jährlich in Schulungen über die Änderungen informieren. Die Vorschriften gelten aber auch für nicht in Vereinen organisierte Modellflieger, besonders für Besitzer von Drohnen.

Am einfachsten ist das Fliegen auf Modellfluggeländen. Die Modellsport-Gruppe Sipplingen betreibt einen Modellflugplatz in der Gemeinde. Hier kann unter bestimmten Bedingungen auch über 100 Meter geflogen werden und es kann zu Menschengruppen ein Abstand kleiner als 100 Meter gehalten werden. Sonst gilt ein Flugverbot über Menschenansammlungen. Auch zu Wohngebieten und Industrieanlagen muss ein Abstand von 100 Metern eingehalten werden. Für Start und Landung auf einem Grundstück und auch für den Überflug benötigt der Modellflieger die Erlaubnis des Eigentümers.

Für Modellflieger ab 250 Gramm besteht eine Kennzeichnungspflicht. Ab einem Gewicht von zwei Kilo ist eine Kenntnispflicht erforderlich. Auf Modellfluggeländen mit Aufstiegserlaubnis und Flugleiter ist kein Kenntnisnachweis notwendig. Bei Geräten ab fünf Kilo ist zusätzlich eine Flugerlaubnis einzuholen.

Die Vorschriften im Internet:
http://www.dfmv.aero