„Die Welt zu Gast in Sipplingen“: Das war das Motto des Seezaubers, dem am Wochenende zahlreiche Einheimische und Feriengäste erlagen. Die Veranstalter – die Musikkapelle Sipplingen und der TSV Sipplingen – wollten angesichts dieses gewählten Themas die ausländischen Mitbürger in das beliebte Fest integrieren. Und das funktionierte hervorragend. Am Essensstand, an dem syrische, jamaikanische und afrikanische Spezialitäten angeboten wurden, war schon lange vor Festende nichts mehr zu ergattern. „Die Speisen der internationalen Gäste waren sehr gefragt“, freute sich Organisatorin Sylvia Bargel-Hirschmann aus Überlingen. Bürgermeister Anselm Neher nutzte ausgiebig die Gelegenheit, mit den ausländischen Gästen ins Gespräch zu kommen. Zudem zeigte die Trommlergruppe „Global Hope Drummers“, bestehend aus jugendlichen Flüchtlingen aus Afrika, vo ihr Können.

Ansonsten stand das Fest, das in jedem Jahr mehr Gäste anzulocken vermag, ganz im Zeichen von Tänzen, Akrobatik und Show. Der große Andrang stellte erneut unter Beweis, dass sich der Seezauber in den zurückliegenden Jahren zu einem Renner am Überlinger See entwickelt hat. Allerdings litt die Veranstaltung am Samstag unter einem knapp einstündigen leichten Regenguss. „Das vorjährige Fest zu toppen, geht ja auch gar nicht mehr“, sagte Adrian Staiger, Vorsitzender der Musikkapelle, wobei er auf das hochsommerliche Wetter im zurückliegenden Jahr anspielte. Seinerzeit war der Seezauber verbunden mit dem Blasmusikverbandsfest des Blasmusikverbandes Bodenseekreis aus Anlass des 225-jährigen Bestehens der Sipplinger Musikkapelle, bei dem zahlreiche Musikanten ob der Hitze mit ihren Stühlen im Bodensee Platz genommen hatten.

„Darauf werde ich immer wieder angesprochen“, so Staiger.

Der Musikchef war es denn auch, der die einzelnen Programmpunkte auf der Seebühne moderierte. Nach dem Tanz der Sipplinger "Ladydancer and friends" konnten sich die Gäste am ägyptischen Bauchtanz, an einer brasilianischen Samba-Show mit Originalkostümen und einer von vielen Lichteffekten charakterisierten Shaolin-Quan-Kung-Fu-Show erfreuen. Den meisten Applaus erhielt jedoch Sam aus Ghana, der mit seiner Show "SASaGA", die Akrobatik und Feuerspiel beinhaltete, teilweise für ungläubiges Kopfschütteln sorgte.

Zwischen den Show-Elementen gehörte die Bühne den Festbesuchern, die sich bei Musik der Gruppe Euro Swing tänzerisch betätigen konnten. 100 Meter weiter sorgte die dicht umlagerte Cocktail-Bar für weiteres Seezauber-Flair – und das weit bis nach Mitternacht. Und immer wieder mischten sich die zwei Stelzenläuferinnen "Fairytales" in ihren bezaubernden Kostümen unter die applaudierenden Festgäste. Das Fest endete gestern mit einem von der Musikapelle Altheim begleiteteten Frühschoppen.

Der Seezauber

Das Seezauberfest in den Uferanlagen ist die größte Open-Air-Veranstaltung in Sipplingen. Organisiert und ausgerichtet wurde es am Wochenende von der Musikkapelle Sipplingen erstmals gemeinsam mit dem TSV Sipplingen, die dazu eigens eine Seezauber Veranstaltung GbR gegründet haben. Lange Zeit war der Touristik-Förderverein Sipplingen Mitausrichter. Typisch für die Veranstaltung ist, dass sie in jedem Jahr unter einem anderen Motto steht. So hieß es im Vorjahr "Nacht der Musik", zuvor schon "Magische Nacht“, "Orient am Ufer" oder "Oldie-Express". Kennzeichnend für den Seezauber ist auch die Seebühne, die, wie der Name vermuten lässt, direkt am Seeufer steht. Das stark wetterabhängige Fest musste letztmals vor fünf Jahren abgesagt werden. Das nächste Fest in Sipplingen ist das Dorffest am 3. und 4. September.