Hundehalter in Sipplingen müssen mit Beginn des kommenden Jahres für ihre Vierbeiner deutlich mehr Hundesteuer bezahlen. Der Gemeinderat beschloss, den Betrag für den ersten Hund von jetzt 60 auf künftig 96 Euro (ein Plus von 60 Prozent) zu erhöhen. Ein zweiter und jeder weiterer Hund kostet demnächst je 192 Euro statt 120 Euro. Für Kampfhunde werden 480 Euro beziehungsweise 960 für einen zweiten Kampfhund fällig.

Um die Jahrtausendwende mussten Hundehalter in Sipplingen 42 für ihr Tier beziehungsweise 84 Euro für den Zweithund zahlen. Derzeit nimmt die Gemeinde rund 6000 Euro Hundesteuer jährlich ein. Durch die Satzungsänderung werden es ab kommenden Jahr etwa 10 000 Euro im Jahr sein. Letztmals war die Hundesteuer in Sipplingen im Jahr 2004 erhöht worden.

Nach Darstellung von Bürgermeister Oliver Gortat liegen die noch dieses Jahr gültigen Sipplinger Beiträge deutlich unter denen anderer Gemeinden. Die Spanne reiche von 72 Euro in Stockach bis hin zu 108 Euro in Radolfzell für den Ersthund. Der Rathauschef schlug vor, aufgrund des langen Zeitraums seit der letzten Erhöhung 2004 die Hundesteuer auf 96 Euro anzuheben. „Dies ist auch der häufigste Satz, den Kommunen in der Nachbarschaft erheben.“

Der Sipplinger Bürgermeister riet weiter dazu, die Steuer für Kampfhunde auf 480 Euro jährlich festzusetzen. Gortat erklärte: „Bisher muss für Kampfhunde lediglich der gewöhnliche Satz von 60 Euro bezahlt werden.“ Da sich durch die Einführung der höheren Steuer für Kampfhunde einige Regelungen in der Satzung änderten, und um die Satzung der aktuellen Mustersatzung des Gemeindetags anzupassen, müsse die Hundesteuersatzung neu gefasst werden, erklärte der Rathauschef.

Mit der Hundesteuer, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Preußen als Luxussteuer eingeführt worden war, werden in den Gemeinden ordnungspolitische Ziele verfolgt. Denn diese entbindet den Hundebesitzer nicht von seiner Pflicht, öffentliche Wege und Plätze von Hundekot sauber zu halten. Über den Sinn dieser Steuer wird schon seit vielen Jahren diskutiert.