„Vielleicht reicht dieser Schritt aber schon aus“, mutmaßte der Rathauschef in Bezug auf die Erhöhung der Gebühren. Er sagte weiter, dass aufgrund des langen Zeitraums seit der letzten Erhöhung und aufgrund der Beobachtung der Parksituation in der Gemeinde die Verwaltung „eine deutliche Anpassung der Parkgebühren für angezeigt und erforderlich“ halte. Er schlug eine allgemeine Steigerung der Gebühren auf 1,50 Euro pro Stunde für alle drei Parkplätze vor; die Staffelung solle künftig über die unterschiedliche Parkdauer gelten. Des Weiteren sollte die Geltungsdauer der sogenannten Blauen Zone, die das Parken in den Anliegerstraßen auf ausgewiesenen Parkflächen erlaubt, der Bewirtschaftung der Parkplätze angepasst und diese mit Zusatzschild künftig für eine Geltungsdauer vom 1. März bis 31. Oktober festgelegt werden. Außerdem machte der Bürgermeister darauf aufmerksam, dass die Überwachung des ruhenden Verkehrs und der Uferanlagen einen großen Zeitaufwand erfordere; die beiden zuständigen Mitarbeiter seien zeitlich völlig ausgelastet. Gortat schlug die Ausschreibung einer weiteren Stelle auf 450-Euro-Basis vor, „um den ganzen Ort nach systematischen Plänen überwachen zu können“. Die Aufstockung der jährlichen Arbeitszeit über das Maß der geringfügigen Beschäftigung sei nur im Einvernehmen mit den bisher Beschäftigten möglich.

Gerade zur Hochsaison wird in Sipplingen, wie hier auf dem Parkplatz westlich des Bahnhofs, falsch geparkt. Spätestens im kommenden Jahr soll ein allgemeines Parkkonzept für Sipplingen und die Süßenmühle entwickelt werden.
Gerade zur Hochsaison wird in Sipplingen, wie hier auf dem Parkplatz westlich des Bahnhofs, falsch geparkt. Spätestens im kommenden Jahr soll ein allgemeines Parkkonzept für Sipplingen und die Süßenmühle entwickelt werden. | Bild: Holger Kleinstück

Gemeinderat Thomas Biller (FW) sprach von einer „happigen Erhöhung“, die er aber mittragen könne. „Es wird sicherlich Härtefälle geben.“ Clemens Beirer sprach sich im Namen der CDU-Fraktion für andere Gebührenerhöhungen aus: 60 Cent pro halbe Stunde für Parkplatz West, 70 Cent für den Parkplatz westlich des Bahnhofs und 80 Cent für den Parkplatz Landungsplatz. Insbesondere der Parkplatz West, der nach Vorschlag der Gemeindeverwaltung am Tag maximal 15 Euro gekostet hätte, müsse preisgünstiger sein als ein "Knöllchen", mit dem das verbotene Parken im Ort für 15 Euro geahndet werde. Jürgen Straub (FW) befürchtete ohnehin, dass durch die Erhöhung der Gebühren verstärkt im Ort geparkt werde. Er fragte nach dem Sinn der blauen Zone, „weil sie die Einwohner beeinträchtigen, da sie damit konfrontiert werden“. Günter Völk (CDU wehrte sich dagegen, gleich eine ganze Stunde zahlen zu müssen, schließlich parkten nicht nur Tagestouristen, sondern auch Einheimische – und das oft nur für einen kurzen Augenblick.

Der Vorschlag Gortats, für alle drei Parkplätze künftig 75 Cent jede halbe Stunde zu zahlen, fand nicht die Mehrheit des Gremiums. Vielmehr votierte es für die Vorschläge der CDU-Fraktion und für eine Geltungsdauer ab 1. April sowohl für die Parkgebühren als auch für die blaue Zone. Gegen einen dritten Beschäftigten, der die Parkenden kontrolliert, hatten die Räte aber nichts einzuwenden.

 

 

Die neuen Parkgebühren in Sipplingen in der Übersicht:

  • P1 – Parkplatz West: 60 Cent (bisher 40 Cent) je angefangene halbe Stunde. Die maximale Parkdauer beträgt zehn Stunden.
  • P2 – Parkplatz westlich des Bahnhofs: 70 Cent (bisher 50 Cent) je angefangene halbe Stunde. Die maximale Parkdauer beträgt sieben Stunden.
  • P3: Landungsplatz: 80 Cent (bisher 60 Cent) pro halbe Stunde. Die Höchstparkdauer beträgt drei Stunden.
  • Parkjahresscheine: Sie kosten jetzt 55 Euro statt bislang 35 Euro jährlich für P1 und P2.
  • Zeiträume: Die neuen Gebühren gelten für die Parkplätze P1 und P2 vom 1. April bis 31. Oktober täglich von 9 bis 19 Uhr, für den Parkplatz P3 das ganze Jahr über.