Das Postlädele in der Seestraße 52 ist bis auf eine kleine Ausnahme seit 139 Jahren im Besitz der Familie Beirer, weshalb der Name Beirer eng mit der Post in Sipplingen verbunden ist. Seit 20 Jahren gibt es hier eine Postagentur: Sie ist damit eine der ältesten Partnerfilialen der Deutschen Post überhaupt. Inhaberin Hannelore Beirer wurde jetzt von der Deutschen Post mit Urkunde und Sonderbriefmarken ausgezeichnet.

Seit 1880 eine Post- und Telegrafenstation

Am 1. Januar 1880 wurde in dem Gebäude, eine Zehntscheuer des Heilig-Geist-Spitals Konstanz aus dem Jahr 1601, die Post- und Telegrafenstation Sipplingen eingerichtet. Das Haus ist seit etwa 1743 im Besitz der Familie Beirer, wie im Buch „Sipplingen – Vom Pfahlbaudorf zum Ferienort“ von Kurt Binder nachzulesen ist. Carl Christian Beirer war ab 1880 der erste Postagent. Ab 1918 übernahm seine Tochter Maximiliana diese Aufgabe.

August Beirer 1929 beim Ausliefern der Post vom Zug überfahren

Ihr Bruder Josef August Beirer folgte 1929, bis er am 4. Oktober 1938 beim Ausliefern der Post am Sipplinger Bahnhof vom Zug überfahren wurde. Seine Witwe Josefa Beirer verwaltete die Posthalterei bis 1958, dann wurde Cäcilia Beirer das Amt übertragen. Im Januar 1986 folgte Clemens Beirer bis September 1996, als Christa Schönberger die Post für zweieinhalb Jahre übernahm.

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1999 Partnerfiliale der Post ingegriert

Am 17. Mai 1999 wurde eine Partnerfiliale der Deutschen Post in das Geschäft integriert, das seitdem Hannelore Beirer gehört, der Frau von Clemens Beirer. Die Kunden hätten die Beratung und familiäre Atmosphäre in der Filiale von Anfang an mit einer starken Nachfrage honoriert. Hannelore Beirer habe durch das Angebot von Post- und Postbankdienstleistungen viele Kunden zusätzlich gewinnen können. Sie ist auch heute noch davon überzeugt, dass sie vor 20 Jahren den richtigen Weg beschritten hat.

Bürgermeister: Postlädele gehört zur Daseinsvorsorge

Vertriebsmanager Tobias Schowalter von der Postgebietsleitung Freiburg sprach von einem seltenen Jubiläum, einem „tollen, sympathischen Postlädele“ mit „freundlichem Klima und einer angenehmen Partnerin“. „Das schätzen wir sehr“, hob er hervor. Bürgermeister Oliver Gortat sagte, das Postlädele gehöre in der Gemeinde zur Daseinsvorsorge elementar dazu. Er wies darauf hin, dass in kleinen Gemeinden kleine Filialen beispielsweise von Banken aufgrund der Digitalisierung zunehmend schlössen. „Umso wichtiger ist ein persönlicher Ansprechpartner vor Ort“, sagte er und dankte Hannelore Beirer für ihren langjährigen Einsatz.