„Im betagten Leitungsnetz machen sich hohe Unterhaltsaufwendungen insbesondere durch Rohrbrüche bemerkbar." Das teilte Bürgermeister Oliver Gortat während der Beratungen zum Jahresabschluss 2017 des Eigenbetriebs mit. Das Wirtschaftsjahr schließt trotzdem mit einem kleinen Plus von 630 Euro ab (Vorjahr: minus 29 366 Euro). Ursache dafür ist der Gewinn bei der Stromerzeugung in Höhe von 10 716 Euro. Dem steht ein Verlust bei der Wasserversorgung mit 10 086 Euro gegenüber.

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Die Wasserversorgung wird seit dem Jahr 2004 als Eigenbetrieb geführt, sprich getrennt vom Gemeindehaushalt bewirtschaftet. Zu Jahresbeginn 2010 hatte die Gemeinde aus steuerlichen Gründen den Eigenbetrieb Gemeindewerke mit den Betriebszweigen Wasserversorgung und Stromerzeugung (Fotovoltaikanlagen) gegründet. Der Eigenbetrieb Wasserversorgung war in den Gemeindewerken als Betriebszweig aufgegangen. Die Gemeindewerke versorgen Sipplingen und Süßenmühle mit Trink- und Brauchwasser. Außerdem erzeugen sie mit drei Fotovoltaikanlagen auf den Dächern der Schule und des Feuerwehrgerätehauses Strom und speisen diesen in das Netz der EnBW ein.

Künftig Kreditaufnahme nötig

Gortat erläuterte, dass bei der Wasserversorgung mindestens eine volle Kostendeckung anzustreben sei. Deshalb habe man den Wasserpreis Anfang 2018 angehoben: Für einen Kubikmeter Frischwasser zahlen die Einwohner seitdem 1,41 Euro zuzüglich der Mehrwertsteuer, 14 Cent mehr als zuvor. Knapp 94 000 Euro habe man in das Netz investiert, um diesen Betrag sei die langfristige Deckungsmittellücke auf 334 000 Euro gestiegen, Gortat erklärte: „Aufgrund der bisher guten Liquidität im Kernhaushalt konnte diese Lücke aufgefangen werden. Diese Lücke ist zukünftig durch eine Kreditaufnahme auszugleichen.“

Neubau des Wasserhochbehälters

Nach Darstellung von Kämmerer Ewald Geßler sind größere Investitionen im Netz der Wasserversorgung grundsätzlich nicht notwendig. Er wies auf den Neubau des Wasserhochbehälters Himberg hin, wodurch unbefriedigende Druckverhältnisse im Versorgungsnetz beseitigt, die Versorgungssicherheit erhöht und die Löschwasserversorgung sichergestellt würden. Die Bauarbeiten sollen in diesem Jahr beginnen. Der diesjährige Schwerpunkt liegt laut Kämmerer Ewald Geßler bei kostenaufwendigen Unterhaltungs- und Sanierungsarbeiten. Bei der Stromerzeugung seien derzeit keine weiteren Investitionen angedacht, berichtete er.