Vorfahrtsregeln und Seemannsknoten, Halse und Wende: Segeltechnik gelernt oder verbessert haben 35 Jungen und Mädchen im Alter von sieben bis 14 Jahren, die an der 26. fünftägigen Jugendtrainingswoche des Yacht-Club Sipplingen (YCSi) teilgenommen haben. „Es hat allen wieder viel Spaß gemacht.

Das größte Lob der Teilnehmer war, dass alle wieder im nächsten Jahr kommen wollen“, freute sich Vorsitzender Bernd Heinle, gemeinsam mit Edgar Raff Leiter der Veranstaltung. Für die Nachwuchssegler haben sich die Tage gelohnt, denn neben T-Shirt, Kappe und Medaille gab‘s nach einer Abschlussregatta auch noch eine Urkunde, aus der hervorgeht, dass jeder Teilnehmer ein Sieger ist.

Bürgermeister Oliver Gortat (links) und Bernd Heinle, Vorsitzender des Yacht-Clubs Sipplingen, im Gespräch mit einigen Kindern im Naturhafen „Im Löchle“ des Yacht-Clubs Stockach, wo ein gemeinsames Grillen anstand.
Bürgermeister Oliver Gortat (links) und Bernd Heinle, Vorsitzender des Yacht-Clubs Sipplingen, im Gespräch mit einigen Kindern im Naturhafen „Im Löchle“ des Yacht-Clubs Stockach, wo ein gemeinsames Grillen anstand. | Bild: Kleinstück, Holger

Manche waren schon das sechste Mal hier

Die Kinder und Jugendlichen kamen vom YCSi, aus der Kooperation Schule und Verein oder verbrachten ihren Urlaub im Ort. „Es waren viele Wiederholungstäter dabei“, freute sich Heinle. „Manche waren schon das sechste Mal hier.“ Eingeteilt wurden die mit Schwimmwesten ausgerüsteten Kinder nach Kenntnissen und Alter in eine der Trainingsgruppen und Bootsklassen. Sie lernten die Grundlagen des Segelns auf einem Optimist (Opti), eine leichte Jolle für Kinder und Jugendliche bis etwa 15 Jahre.

Fortgeschrittene durften auf einen Laser, eine technisch einfach gehaltene, aber nicht anspruchslose Einhand-Jolle oder auf einen 420er, eine Zweimannjolle mit Trapez und Spinnaker. Die Boote hatten wie in den Vorjahren teilweise benachbarte Clubs in Überlingen und Bodman-Ludwigshafen zur Verfügung gestellt.

Wende, Halse oder Aufschießer

Je nach Wetterlage wechselten sich Theorie und Praxis ab. Die Nachwuchssegler lernten unter anderem verschiedenen Knoten, Vorfahrtsregeln und wichtige Funktionen der Schiffe. Zum praktischen Teil gehörten Startübungen, Segelmanöver wie Wende, Halse oder Aufschießer, der Auf- und Abbau der Boote, das Einfädeln der Schoten und das Stellen der Masten. Geübt wurde auch, wie ein Boot nach dem Kentern wieder aufgerichtet wird.

Ein „Jüngstenschein“, der es den jungen Seglern erlaubt, in ausgesuchten, begrenzten Revieren unter Aufsicht zu segeln, wurde dieses Mal nicht vergeben. Allerdings werden einige der Teilnehmer im Winterhalbjahr in Kooperation mit den „Wassersport-Seeendvereinen“ am Überlinger See nach intensiver Theorie im Frühjahr kommenden Jahres die praktische Prüfung ablegen, wie Raff mitteilte. Er hoffte, dass einige der Nachwuchssegler dem YCSi erhalten bleiben. „Es sind durchschnittlich zehn Prozent“, wusste Edgar Raff aus Erfahrung.

30 Mitglieder des YCSi sorgen für reibungslose Organisation

Rund 30 Mitglieder des YCSi sorgten für eine reibungslose Organisation. Heinle freute sich, dass alle Trainer dem eigenen Nachwuchs entstammten. Unterstützt wurde die Veranstaltung von anderen Vereinen: So sorgten Mitglieder der DLRG-Ortsgruppe für Sicherheit auf dem Wasser. „Besonders zur der DLRG besteht eine enge und gute Kooperation. Viele unserer Mitglieder sind auch bei der DLRG tätig.“

Das könnte Sie auch interessieren

Auf dem Programm stand auch ein gemeinsamer Grillabend mit den Eltern, jeden Tag kam etwas anderes auf den Tisch. „Einmal haben wir 300 Kartoffelpuffer gebacken und die Kinder haben sie alle gegessen. Einer hat sogar zwölf Stück geschafft“, verriet Heinle. Er hob die Zusammenarbeit mit der Gemeinde hervor. „Die ist echt klasse.“ Bürgermeister Oliver Gortat spielte den Ball zurück: „Auf die Sipplinger Vereine kann man sich wirklich verlassen. Das ist gelebte Dorfgemeinschaft.“

Übrigens: Ein besonderes Schmankerl war, dass die alle zwei Jahre stattfindende Bodensee-Traditionswoche mit rund 40 alten Yachten und maschinen- oder dampfbetriebenen Schiffen Halt im Westhafen machte. „Es war ein einzigartiges Erlebnis und wirklich traumhaft“, resümierte Edgar Raff.