Mindestens bis Ende Dezember 2021 beteiligt sich die Gemeinde Sipplingen weiterhin an der Echt-Bodensee-Card (EBC): Der Gemeinderat hat mit großer Mehrheit beschlossen, auf eine Kündigung zum Ende dieses Jahres verzichten, wodurch sich der Vertrag mit der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH (DBT) um zwei Jahre verlängert. Der Beschluss der Kurtaxensatzung wurde indes verschoben.

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Tourismuschefin Silvia Fritz erläuterte, dass das Tor zu einer gemeinsamen Gästekarte am Bodensee noch nie so weit geöffnet gewesen sei wie derzeit; in vielen Bereichen arbeiteten die Landkreise Bodenseekreis und Konstanz zusammen, eine gemeinsame Gästekarte werde auch von den Verkehrsverbünden forciert. Fritz sagte weiter, dass sich die Gastgeber Sipplingens im Herbst vorigen Jahres deutlich für die EBC ausgesprochen hätten, auch die Gäste fragten „gezielt und verstärkt“ nach der Karte. Der Tourismussauschuss hat nach ihrer Darstellung einstimmig beschlossen, den Vertrag über die Teilnahme an der EBC nicht zu kündigen, womit er ein eindeutiges Zeichen gesetzt habe.

Kriterium bei der Urlaubplanung

„Für uns gibt es keinen Grund, aus dem Projekt EBC auszusteigen, es gibt immer mehr Vorteile“, sagte Fritz. Auch Bürgermeister Oliver Gortat wies darauf hin, dass sich die Karte positiv entwickelt habe und bei den Gästen oft Entscheidungskriterium für ihre Urlaubsplanung sei. Er zeigte sich überzeugt, dass sich bald alle Gemeinden am Bodensee für die EBC aussprechen werden. „Die Karte hat einen absoluten Mehrwert. Wir sollten nicht vergessen, dass es bei der EBC vor allem um den Gast geht.“

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Überwiegend positiv war auch die Resonanz im Gremium. Die EBC sei „eine super Sache“, urteilte Clemens Beirer. „Jeder Kilometer, der nicht gefahren wird, ist ein guter Kilometer“, sagte er in Bezug auf das Angebot der EBC, das im Wesentlichen aus der inkludierten ÖPNV-Nutzung besteht. Thomas Biller (FW) schlug vor, den Vertrag zum Ende 2021 zu kündigen, da die EBC nur eine „Karte für Touristen“ sei und der Zuwachs der Gemeinden „doch sehr bescheiden“ sei. „Es geht mir zu langsam voran. Mit der Kündigung könnten wir ein wenig Druck ausüben“, sagte er und fügte hinzu, dass er die EBC damit stärken und nicht abwürgen wolle. Unterstützung erhielt er von Jürgen Straub: „Diese Option ist zielführender als einfach Ja zu sagen.“

Übernachtungszahlen im Vergleich kein Gewicht

Elisabeth Lohrer (CDU) sagte, die Karte stoße auf Zustimmung bei Vermietern und Gästen und entlaste die Straßen: „Lasst uns das Pferd nicht totreiten. Wir vergeben uns doch nichts.“ Günter Völk sah in einer Kündigung kein Mittel, das Projekt EBC erfolgreich voranzutreiben. „Das wäre eine Milchmädchenrechnung“, sagte er und fragte nach einem Plan B im Falle einer Kündigung. Beirer sagte, dass die Gemeinde Sipplingen mit 51 000 Übernachtungen gegenüber 1,2 Millionen Übernachtungen aller neun Gemeinden, die momentan die EBC an ihre Gäste ausgeben, ohnehin kein Druckmittel habe. Billers Antrag wurde schließlich bei zwei Gegenstimmen abgelehnt.

Kurtaxensatzung verschoben

Für eine neue Kurtaxensatzung konnten sich die Bürgervertreter noch nicht durchringen und verschoben die Angelegenheit. Unklar waren für sie Ausführungen in der Satzung, derzufolge Ankunfts- und Abreisetag zusammen als einen Aufenthaltstag gerechnet werden und im Zusammenhang damit, dass Tagesgäste von der EBC befreit werden können.