Die Galerie in Sipplingen steht vor einer ungewissen Zukunft. Christian Scheel, Kulturreferent der Gemeinde, hat Bürgermeister Oliver Gortat brieflich mitgeteilt, dass er seinen ehrenamtlichen Job niederlegt. Der Brief stammt von Mitte November, wurde aber erst jetzt bekannt.

Christian Scheel, Organisator der Galerie im Bahnhof in Sipplingen, und die Künstlerin Monika Rosenberger vor ihrem Bild „Passage IV“. Die Ausstellung „Passage“ wurde am Sonntag eröffnet. BILD: MICHAEL SCHNURR
Christian Scheel, Organisator der Galerie im Bahnhof in Sipplingen, und die Künstlerin Monika Rosenberger vor ihrem Bild „Passage IV“. Die Ausstellung „Passage“ wurde am Sonntag eröffnet. | Bild: Schnurr, Michael

Die Entscheidung kommt für Insider nicht überraschend. Wer dem 77-Jährigen in der Gemeinderatsitzung im Oktober genau zugehört hatte, dem war die Enttäuschung des Sipplingers nicht entgangen. Scheel hatte die Galerie dem Gremium präsentiert, dabei aber nicht mit Kritik gespart. Vor allem hatten ihn die immer weitere Einschränkung der Ausstellungsfläche durch die Touristinformation geärgert. Die nach Scheels Worten unangekündigte Umnutzung des attraktivsten der drei Ausstellungsräume durch die Touristinformation hatten einen attraktiven Galeriebetrieb deutlich erschwert.

Klärendes Gespräch blieb aus

Bürgermeister Oliver Gortat regte ein klärendes Gespräch zwischen der Leiterin der Touristinformation, Silvia Fritz, und Christian Scheel an. Er betont aber, dass die Touristikerin die Hausherrin des Bahnhofs sei. Clemens Beirer, CDU, hatte Scheel, der seit 2006 Mitglied des Internationalen Bodensee Clubs (IBC) in Überlingen ist, für seinen Sachverstand gelobt. Seinen Dank hatte Beirer mit der Frage verknüpft, ob Scheel die Galerie weiterführen werde. Dies hatte der gebürtigen Berliner bejaht. Auch Thomas Biller von den Freien Wählern hatte sich für den Fortbestand der Galerie stark gemacht. Nun kam dann die Kündigung. Ein Gespräch zwischen Silvia Fritz und Christian Scheel fand nicht statt.

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Bürgermeister Oliver Gortat erklärte auf Nachfrage des SÜDKURIER: „Aufgrund der Vielzahl an aktuellen Themen hatten wir bisher noch nicht die Möglichkeit konzeptionelle Überlegungen in dieser Sache innerhalb des Gemeinderates die thematisieren. Der Gemeinderat ist jedoch selbstverständlich über den Entschluss von Herrn Scheel informiert. Vorschläge zu einer möglichen Konzeption werden zur gegebenen Zeit von unserer Touristinformation erarbeitet und dann im Anschluss dem Gemeinderat zur Beratung und Diskussion vorgelegt.“