Kinder im Grundschulalter mit Smartphone und Laptop? Das ist schon längst ein vertrautes Bild. Kein Wunder, dass die Neuen Medien auch Einzug in die Grundschule halten. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat von Sipplingen einen Medienentwicklungsplan (MEP) für die Burkhard-von-Hohenfels-Schule zugestimmt. Rektorin Nadja Wintermeyer hatte den Plan in der Gemeinderatssitzung erläutert: Die Schule wünscht sich eine neue Computerausstattung. Jetzt sollen die Kosten ermittelt und die Umsetzung für die Jahre 2019 und 2020 geplant werden.

Kinder sollen Umgang mit Medien lernen

„Drei von vier Schülern nutzen digitale Medien“, machte Nadja Wintermeyer klar. Ein Medienbildungskonzept sei für Schüler notwendig, weil diese eine umfassende Medienkompetenz brauchten, um später an der Gesellschaft teilhaben und sie mitgestalten zu können. Die Kinder müssten auch darin gestärkt werden, Medien gezielt auszuwählen und kompetent damit umzugehen. Ferner sollten sie durch die Nutzung von Medien individualisierte und kooperative Lernformen erproben und entwickeln können. Während Lehrer ihren Unterricht mit den Medien bereichern und die kollegiale Zusammenarbeit verbessern könnten, wäre die Schule in der Lage, einer digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken, warb die Schulleiterin.

Betriebssysteme und Software veraltet

Ihren Ausführungen zufolge bedürfen insbesondere die Computer dringend einer Modernisierung, da die Betriebssysteme und Software veraltet seien. Vor allem machten die unterschiedlichen Generationen von Hardware eine Pflege und Wartung aufwendig. Die Schüler könnten kaum von dem Angebot profitieren, da die Einrichtung nicht grundschulgerecht sei. Sie wünschte sich, dass die Klassenzimmer einheitlich mit Beamer, Lehrer- und Schüler-Laptop ausgestattet werden.

Dokumentenkameras und Whiteboards auf der Wunschliste

Digitale Fotoapparate und Videokameras seien bisher nicht vorhanden und müssten angeschafft werden. „Eine Dokumentenkamera pro Klasse und ein gemeinsamer Tablet-Wagen würden eine flexible Arbeit mit Neuen Medien erleichtern“, sagte Wintermeyer. Sie sprach sich zudem für interaktive Whiteboards aus, digitale Tafeln, die mit einem Computer verbunden sind. Mithilfe eines Beamers wird der Bildschirminhalt, der angezeigt werden soll, auf die weiße Fläche des Whiteboards projiziert.

Bürgermeister: Digitalisierung nicht verhindern, aber gestalten

„Die Digitalisierung werden wir nicht verhindern können, aber wir können sie gestalten“, unterstrich Bürgermeister Oliver Gortat, der die Neuen Medien als „unheimliche Chance“ sieht. „Aber das Einmaleins sollen sie nicht ersetzen“, fügte er an. Bedenken äußerte Thomas Biller (FW). „Müssen wir die Grundschule tatsächlich schon damit ausstatten?“, fragte er. Die Kommunikation von Kindern und Jugendlichen untereinander sei heute mangelhaft.

Jürgen Straub (FW), als Realschullehrer Experte für Computer, fügte an, man müsse eine interaktive Medienbildung betreiben, „aber schrittweise“. Von daher könne der erste Schritt nur eine bessere Ausstattung des Computerraums sein, befand Christine Keßler (CDU). Elisabeth Lohrer (CDU) wies auf die Voraussetzung hin, dass sich auch alle Lehrer mit der Thematik auskennen müssten. Sie schlug vor, Jürgen Straub als verlängerten Arm des Gemeinderats und der Schule einzusetzen. „Ein Riesenvorteil für uns“, betonte Christine Keßler. Das Gemeinderatsgremium sah es ebenso.