Noch in diesem Jahr sollen in der Gemeinde an kritischen Stellen die Hausnummerierungen korrigiert werden. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Der Gemeindeverwaltung lag ein Antrag mehrerer Gemeinderatsmitglieder vor, die Überprüfung der Hausnummerierungen auf die Tagesordnung zu setzen. Sie baten darin die Verwaltung, die bereits laufende Überprüfung der Hausnummern „auf Sinnhaftigkeit und Schlüssigkeit nunmehr zeitnah abzuschließen“. Außerdem sprachen sie sich dafür aus, aufgefundene unschlüssige Hausnummerierungen schnellstmöglich, spätestens aber bis zum 1. Oktober dieses Jahres derart zu ändern, dass sich logische beziehungsweise schlüssige Hausnummerabfolgen ergeben mögen.

Die Gemeinderäte begründeten unter anderem, dass Zustelldiensten und ortsunkundigen Personen ein schnelles Auffinden von Personen und Gebäuden möglich sein müsse. Auch Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste sollten im Notfall nicht gezwungen sein, lange die Hausnummer suchen zu müssen. „Es ist unstrittig, dass es in Notfällen auf jede Sekunde ankommt, die bis zum Eintreffen der Helfer verstreicht, und dass diese Sekunden über Leben und Tod entscheiden können“, hieß es. Vor diesem Hintergrund sei es dringend geboten, dass im Ortsgebiet schlüssige, leicht und schnell erfassbare Hausnummerabfolgen vorliegen müssten, damit den Bürgern in Notlagen schnellstmögliche Hilfe zuteil werden könne. Andernfalls würden Rettungszeiten unnötig verlängert mit unter Umständen lebensbedrohlichen Folgen für den Bürger. Die Gemeinderäte machten darauf aufmerksam, dass nach einem Ernstfall Schadensersatzforderungen auf die Gemeinde zukommen könnten, wenn Hausnummern unlogisch angebracht seien.

Bürgermeister Oliver Gortat sagte, es stünde außer Frage, dass diesbezüglicher Handlungsbedarf bestehe und man dies zum nächstmöglichen Zeitpunkt erledigen werde. „Bis Oktober ist das aber nicht machbar“, sagte er. Gortat hielt vielmehr den 30. April 2020 für „realistisch“. Patric Geiger (FW) zeigte sich „irritiert“, dass es noch so lange dauere und wies auf die möglichen Schadensersatzforderungen hin. Es gehe darum, die Stellen sofort zu verbessern, wo es zu verzögerter Rettung kommen könnte und wo finanzielle Ansprüche gegenüber der Gemeinde drohten, machte er klar. Clemens Beirer (CDU) sagte, bis auf zwei Stellen sei diesbezüglich in der Gemeinde alles schlüssig: Sowohl am Beginn der Prielstraße als auch in der Straße In der Breite lägen Gefahrenquellen vor. „Das zu beseitigen, wäre auch schneller möglich.“ Gortat musste sich geschlagen geben: Bis auf ihn stimmte das Gremium dafür, Unzulänglichkeiten in den Hausnummerierungen unverzüglich zu beheben – also noch in diesem Jahr.