Herr Härle, sind Sie nach dem harten Wahlkampf mit zwei Gegenkandidaten wieder im Alltagsgeschäft angekommen?

Ja, der Verwaltungsalltag hat mich wieder fest im Griff. Am vergangenen Wochenende war ich mit meinen Amtsleitern auf einer Klausurtagung. In dieser haben wir den Ergebnis- und Finanzhaushalt für das Jahr 2021 sowie die mittelfristige Finanzplanung vorbesprochen, sodass wir jetzt in die Haushaltsberatungen mit dem Gemeinderat einsteigen können.

Sie haben im ersten Wahlgang mit einem knappen Vorsprung von 30 Stimmen gewonnen. Hatten Sie sich innerlich auch schon auf einen zweiten Wahlgang eingestellt?

Im Hinterkopf hatte ich natürlich einen Plan B für eine mögliche Stichwahl. Im Ergebnis bin ich aber froh, dass die Entscheidung bereits im ersten Wahldurchgang erfolgt ist.

In Ihrer Ansprache nach der Wahl haben Sie gesagt, Ihre Mitbewerberin Birgit Baur habe im Wahlkampf Ansätze vorgebracht, die bei den Leuten angekommen seien. Sie würden das für sich mitnehmen. Können Sie das konkretisieren?

Für viele unserer Bürgerinnen und Bürger als auch für Teile des Gemeinderates waren mein Taktschlag und die damit einhergehenden Veränderungsprozesse viel zu rasant und einschneidend. Im Ergebnis werde ich das Tempo rausnehmen, einen Gang zurückschalten und die Bürgerinnen und Bürger deutlich besser einbinden.

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Trotzdem. Sie haben das Ziel, für eine dritte Amtsperiode gewählt zu werden, erreicht. Wie Sie sagten, wollen Sie danach nicht mehr antreten. Sie müssen also nicht mit einer weiteren Wiederwahl liebäugeln. Macht Sie das in Ihrem Handeln nicht freier?

Ja, das ist definitiv so. Die anstehenden Vorhaben und Projekte kann ich in der Tat wesentlich entspannter und mit der notwendigen Gelassenheit angehen und auf den Weg bringen.

Meistens kommt alles anders als man denkt. Dennoch die Frage: Wo sehen Sie Salem in acht Jahren?

Mit der Umsetzung der neuen Gemeindemitte werden wir an Attraktivität und Lebensqualität deutlich zulegen können. In Zukunft wird Salem zu einer der attraktivsten Wohngemeinden im Bodenseekreis zählen. Und es wird sich zeigen, dass ein staatlich anerkannter Erholungsort und ein wirtschaftsstarker Gewerbestandort sich gegenseitig nicht ausschließen müssen.

Blicken wir mal auf einen überschaubareren Zeitraum. Was steht bei Ihnen in den kommenden zwei Jahren auf der Agenda?

Im Sommer 2021 steigen wir planmäßig in die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes ein. In diesem werden wir die künftige Siedlungs- und Gewerbeentwicklung für die nächsten 20 bis 25 Jahre für unsere Gemeinde festlegen und ausweisen. Parallel dazu steht der Bau eines neuen sechsgruppigen Kindergartens im Ortsteil Stefansfeld zur Umsetzung an. Auf die Agenda nehme ich zudem den Wunsch nach einem Anbau bei der Sporthalle Stefansfeld für ein Dorfgemeinschaftshaus sowie die Aufwertung des alten Rathausstandortes in Neufrach. Auch das vom Gemeinderat gewünschte Sportstättenkonzept werden wir jetzt zeitnah auf den Weg bringen.

Die Corona-Pandemie wirkt sich wie in allen Kommunen auch auf die Finanzen in Salem aus. Wie schätzen Sie die künftige Entwicklung der finanziellen Situation in der Gemeinde ein?

Ich gehe davon aus, dass der finanzielle Spielraum für alle Städte und Kommunen deutlich zurückgehen wird. Wir stehen jedoch nach wie vor gut da und können auf einen stabilen und soliden Haushalt bauen. Ich werde darauf achten, dass wir auch in Zukunft noch die notwendigen und erforderlichen Mittel erwirtschaften, um die Gemeinde auf einem guten Kurs zu halten.

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