Während aufgrund der Corona-Krise der Spiel- und Trainingsbetrieb beim FC Rot-Weiß Salem (RWS) ruhte, sind die Uhren in dem Fußballclub nicht stehen geblieben. Intern hat sich auf der Ebene der Führungsriege einiges bewegt. Herzstück dieser Arbeit war die Entwicklung eines neuen Jugendkonzepts. Es basiert auf den drei Säulen „Bildung, Sport und Soziales“. Dieses Projekt ist eine Gemeinschaftsarbeit des FC Rot-Weiß Salem und des FC Beuren-Weildorf. Die beiden Vereine haben sich nach einer im vergangenen Jahr getroffenen Absichtserklärung jetzt zusammengeschlossen.

Formaler Fusionsbeschluss fehlt wegen Corona-Einschränkungen noch

Blau-Rot statt Rot-Weiß: Armin Heidenreich, Vorsitzender des FC Beuren-Weildorf (links), und Jörg Allgaier, Vorsitzender des FC Rot-Weiß Salem, präsentieren die neuen Trikots, in denen die Spieler des neuen FC Rot-Weiß Salem künftig auflaufen werden.
Blau-Rot statt Rot-Weiß: Armin Heidenreich, Vorsitzender des FC Beuren-Weildorf (links), und Jörg Allgaier, Vorsitzender des FC Rot-Weiß Salem, präsentieren die neuen Trikots, in denen die Spieler des neuen FC Rot-Weiß Salem künftig auflaufen werden. | Bild: Peter Schober

Der formale Fusionsbeschluss steht zwar noch aus. Dieser hätte auf einer für den 8. April anberaumten Generalversammlung gefasst werden sollen, die aber wegen des Versammlungsverbots abgesagt werden musste. Um die Vorbereitungen für die kommende Saison treffen zu können, wurde jedoch ein kommissarischer Vorstand für den „neuen“ FC Rot-Weiß Salem eingesetzt. Derzeit existieren noch beide alten Vorstände.

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Neuen Trainer für die 1. Mannschaft verpflichtet

Das Gremium, das bei der Generalversammlung zur Wahl angetreten wäre, hat jedoch schon richtungsweisende Entscheidungen getroffen. Dem neuen Sportvorstand Armin Heidenreich und dem Teammanager der 1. Mannschaft, Jürgen Kugler, ist es gelungen, Ewald Hechele als Trainer zu verpflichten. „Er stand ganz oben auf unserem Wunschzettel“, freut sich Jörg Allgaier, Vorsitzender von Rot-Weiß Salem. Der 58-jährige Ewald Hechele trainierte in der Vergangenheit Jugend- und Herrenmannschaften in der Region, unter anderem von 1998 bis 2016 beim FC 09 Überlingen. Zuletzt war er Coach der ersten Mannschaft des TuS Immenstaad. „Ich freue mich, auf meine neue Aufgabe in einem neu aufgestellten Verein“, sagt Hechele.

Jugendbereich soll nachhaltig weiterentwickelt werden

Damit meint Hechele auch das neu entwickelte Jugendkonzept. „Wir haben einen hervorragenden Unterbau im Jugendbereich. Den wollen wir nachhaltig weiterentwickeln“, erklärt Armin Heidenreich. Und Jörg Allgaier fügt hinzu: „Wir wollen sportlich wieder da anknüpfen, wo wir in früheren Jahren einmal waren, und das mit der Kraft der eigenen Jugend.“ Das neue Jugendkonzept ist mit den drei Säulen „Bildung, Sport, Soziales“ ganzheitlich angelegt. Im Abschnitt „Bildung“ heißt es: „Fußball ist ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags, aber Schule, Lernen und Bildung hat Vorrang.“ Will heißen: Der Verein will so weit als nur möglich im organisatorischen Ablauf auch schulische Belange berücksichtigen. Das sportliche Umfeld soll so gestaltet werden, dass es den Jugendlichen erlaubt, so lange wie möglich beim RWS zu bleiben.

Jedes Kind und jeder Jugendliche aus Salem soll Fußball spielen können

Dem sozialen Aspekt will das Jugendkonzept durch die aktive Förderung des Teamgeistes Rechnung tragen. Gestärkt werden soll der Teamgeist nicht nur auf der mannschaftssportlichen Ebene, sondern auch durch gemeinsame Veranstaltungen. „Wir wollen eine hohe Identifikation mit dem Verein, aber auch mit der Gemeinde entwickeln“, heißt es in der Niederschrift. In sportlicher Hinsicht zielt das Jugendkonzept auf individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen ab. Das heißt, dass die Jugendarbeit auf eine breitensportliche Basis angelegt werden soll. „Alle Salemer Kinder und Jugendliche sollen Fußball spielen können“, lautet die Leitlinie. Andererseits sollen talentierte Spieler eine leistungsorientierte Plattform finden, um sie so lange wie möglich beim RWS ausbilden zu können. Damit das neue Jugendkonzept auch umgesetzt und gelebt werden kann, wurde auch die Organisation überarbeitet. Neben dem Jugendleiter wird im Vorstand noch ein Jugendkoordinator etabliert. Dieser ist für die Umsetzung des Jugendkonzepts verantwortlich.

Absage des Jugendturniers ist bitter

Vor kurzem wurde Jugendtraining wieder aufgenommen. „Die Jungs waren richtig gierig darauf, wieder auf den Platz zu dürfen, auch wenn derzeit noch keine Spiele stattfinden“, sagt Jörg Allgaier und blickt dabei auf das satte Grün vor dem Clubheim. „Die Plätze haben sich während der Spiel- und Trainingspause hervorragend erholt.“ Armin Heidenreich schreibt dies auch der guten Pflege zu, an der die Gemeinde in der Zwangspause keine Abstriche gemacht habe. Als bitter empfinden Jörg Allgaier und Armin Heidenreich auch insofern die Absage des Jugendturniers, das der Rot-Weiß Salem seit vielen Jahren veranstaltet. „Uns lagen schon über 100 Anmeldungen für dieses Turnier vor“, erklärt Allgaier. Er schätzt, dass auch die ausstehenden Spiele der Verbandsrunde ins Wasser fallen werden. Entschieden würde das aber erst demnächst in einer Delegiertenversammlung des Südbadischen Fußballverbandes, an der auch Jugendleiter Uwe Koester teilnehmen wird. Er werde, so Allgaier, in Abstimmung mit dem Vorstand gegen einen Re-Start stimmen.

FC Beuren-Weildorf soll ganz aufgelöst werden

Vor dem Clubheim am Schlossseestadion sind bereits die blau-roten Fahnen gehisst. Bild: Jörg Allgaier
Vor dem Clubheim am Schlossseestadion sind bereits die blau-roten Fahnen gehisst. Bild: Jörg Allgaier | Bild: Jörg Allgaier

Indessen wehen am Rande des Schlossseestadions schon die blau-roten Fahnen. Die Farbkombination des neuen FC Rot-Weiß Salem. Das Rot erinnert an den alten Rot-Weiß Salem, das Blau an den FC Beuren-Weildorf. Entgegen ursprünglicher Pläne soll der FC Beuren-Weildorf nun doch ganz aufgelöst werden. Zunächst war vorgesehen, dass nur die Fußballabteilung zum neuen RWS wechselt. Nach neuesten Plänen aber, so erklärt Armin Heidenreich, Vorsitzender des FC Beuren-Weildorf, soll die unter dem Dach dieses Vereins geführte Badminton-Abteilung in den TuS Mimmenhausen integriert werden. Das Clubheim in Beuren sowie die dortigen Spielplätze werden nach Heidenreichs Aussagen aber weiterhin vom neuen RWS genutzt.

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