In einem Kloster herrschen nicht immer paradiesische Zustände. Bisweilen kommt es zu Konflikten und Gräueltaten, bis hin zu Mord und Totschlag. Das ehemalige Kloster Salem war davon nicht ausgenommen. Birgit Rückert, die die Geschichte des ehemaligen Zisterzienserklosters erforscht, kann ganze Bücher damit füllen.

„Kriminalfälle aus dem Kloster Salem“, so ist die einmalige Sonderführung überschrieben, die Birgit Rückert gemeinsam mit dem SÜDKURIER am Donnerstag, 25. August, organisiert. Der Kreis der Teilnehmer wird bei ‚Der SÜDKURIER öffnet Türen‘ bewusst klein gehalten, damit das Erlebnis umso stärker wirkt. Wir verlosen zehn Mal zwei Eintrittskarten. Es handelt sich um eine Veranstaltung, die den Leserinnen und Lesern des SÜDKURIER vorbehalten ist.

Das steht auf dem Programm

Treffpunkt ist am 25. August um 18 Uhr am Eingangspavillon von Schloss Salem. Nach einem Sektempfang führt Schlossverwalterin Birgit Rückert, Autorin historischer Romane, in die Geschichte des ehemaligen Zisterzienserklosters ein. Sie zeigt dunkle Orte, die die bewegte Geschichte hautnah vermitteln. Der Rundgang führt zu den Schauplätzen mysteriöser, oft ungeklärter Kriminalfälle, zu verborgenen Gängen, Grüften und Gefängniszellen. Zum Abschluss lädt der SÜDKURIER auf ein Getränk im historischen Markgräflichen Badischen Gasthof Schwanen ein.

Die rauen Sitten der doch so braven Mönche

„Rebellierende Laienbrüder, Streitigkeiten unter den Mönchen, Tätlichkeiten, bei denen schon mal ein Messer zum Einsatz kam.“ Wie Birgit Rückert weiß, sind Männer in Mönchskutten nicht unbedingt immer brave Waisenknaben, zudem stehen sie unter ungünstigen Einflüssen von Besuchern außerhalb der Klostermauern. Einige blutige Fälle finden sich auch in den Annalen des Klosters Salem. Rückert: „Marodierende Soldaten oder Räuberbanden machten das Land unsicher und vor Salems Klosterpforten nicht halt. Auch Mönche fanden bisweilen auf unnatürliche Weise den Tod, wie ein bedauernswerter Bruder, der im Weinfass ertrunken ist.“

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So manches mysteriöses Ereignis wurde im Lauf der Zeit zu einer schaurig-phantastischen Erzählung ausgeschmückt, berichtet Rückert, die selbst mit einer großen Phantasie gesegnet ist, wenn sie historische Ereignisse in Romane kleidet. Schon die Titel ihrer im Gmeiner-Verlag erschienen Bücher sprechen Bände: „Der Abt von Salem“, „Schatten über Salem“ und „Das Geheimnis von Salem“.

Abseits der üblichen Touristenrouten

Rückert stellt Bezüge zwischen dem tatsächlichen Geschehen her und dem, was heute im Klosterareal noch entdeckt werden kann. So kam im Dreißigjährigen Krieg im Kloster ein schwedischer Soldat auf mysteriöse Weise ums Leben – und Rückert fragt: „Was hatte das Bildnis der Muttergottes, das heute noch im Salemer Münster steht, mit dem Todesfall zu tun?“ Oder die Frage nach der Alten Lisel, Anführerin einer Räuberbande, die im Klostergefängnis auf ihre Hinrichtung wartete: Ist ihre Zelle, in der sie schmachtete, noch zu sehen? Und wo sind im Kloster die geheimen Gänge und verborgenen Grüfte, von denen alte Erzählungen berichten?

Der Rundgang führt zu besonderen Schauplätzen im ehemaligen Zisterzienserkloster, abseits der üblichen Führungsroute, und beleuchtet die etwas dunklere Seite der Salemer Geschichte. Vielleicht gelingt es bei einem Glas Wein im Anschluss an die kriminelle Tour, mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gemeinsam weitere Salemer Geheimnisse zu lüften? Einfach bewerben auf der Internetplattform des SÜDKURIER.