Nachdem mit Unterstützung der Gemeinde im November vergangenen Jahres der Linzgau-Shuttlebus in Betrieb genommen und damit ein sozialer Fahrdienst für ältere und behinderte Menschen geschaffen wurde, wird das Angebot für die innerörtliche Personenbeförderung nun durch eine weitere Säule ergänzt. Seit Anfang dieser Woche verkehrt ein elektrobetriebener Rufbus mit sechs Sitzplätzen im gesamten Gemeindegebiet von Salem. Die Beförderung kostet nur 1 Euro.

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Kooperationsprojekt erhält Förderung

Der Rufbus ist ein zusätzlich zum Linienverkehr einsetzbares Fahrzeug, das nur bei Bedarf fährt. Er wird in Kooperation zwischen der Gemeinde Salem und dem Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben (Bodo) betrieben und wird im Rahmen des Förderprogramms „Emma“ (E-Mobil mit Anschluss), das der Bodenseekreis vor einigen Jahren aufgelegt hat, finanziell gefördert.

Bus soll Menschen aus Teilorten die Möglichkeit bieten, in die Neue Mitte zu gelangen

„Unser Ziel war es, allen Bürgern der Gemeinde die Möglichkeit zu geben, mit einem öffentlichen Verkehrsmittel die Neue Mitte mit ihrem Versorgungs- und Dienstleistungszentrum anfahren zu können“, sagte Bürgermeister Manfred Härle beim Startschuss für das neue Angebot. Denn Salem sei mit elf Teilorten die zweitgrößte Flächengemeinde im Bodenseekreis. Und manche Teilorte würden nur spärlich oder im Fall Rickenbach und Oberstenweiler überhaupt nicht von den bestehenden Buslinien bedient.

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1 Euro statt 2,30 Euro für Beförderung

Weiteres Anliegen, das die Gemeinde verfolgte, war Härles Aussage zufolge die Schaffung eines günstigen Beförderungsangebots. In Abweichung zum gültigen Bodo-Tarif von 2,30 Euro kostet eine Beförderung mit dem Rufbus nur 1 Euro. Der Differenzbetrag wird von der Gemeinde Salem aufgebracht. „Nun hoffen wir aber auch, dass dieses zusätzliche Beförderungsangebot von den Bürgern auch angenommen wird“, betonte Härle.

Der Rufbus fährt alle Bushaltestellen des Linienverkehrs an. Dazu wurden, verteilt auf das gesamte Gemeindegebiet, 14 zusätzliche Haltestellen installiert, um möglichst kurze Fußwege für die Nutzer zu gewährleisten. Nach und nach werden die neuen Haltestellen nun noch markiert.

Betrieben wird der Rufbus von dem Überlinger Busunternehmen Morath, das schon über Rufbuserfahrungen in Überlingen verfügt. Dort werde das Rufbusangebot vor allem in außen liegenden Stadtteilen recht gut angenommen, berichtete Marc Morath. Mit rund 135 000 Euro pro Jahr hatte das Busunternehmen Morath für den Rufbus in Salem das günstigste Angebot der drei Bewerber abgegeben. Von den 135 000 Euro trägt der Bodenseekreis 55 Prozent.

Oliver Buck vom Landratsamt begrüßte die Initiative der Gemeinde Salem. Mit dem Sondertarif von 1 Euro pro Fahrt nehme Salem sogar eine Vorreiterrolle ein.

Gemeinde hofft, dass umliegende Kommunen nachziehen

Ingo Kitzmann, der die Gemeinde Salem auf dem Weg zu einem ergänzenden Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) begleitet hat, hielte es für erstrebenswert, dass auch die Nachbargemeinden von Salem mit in dieses Zusatzangebot einsteigen. Damit könnte, so argumentierte er, eine großflächigere Vernetzung und damit ein noch attraktiveres Angebot geschaffen werden. Bürgermeister Härle sah dies genauso. „Vielleicht können sich die Nachbargemeinden dazu entschließen“, sagte er, „wenn sie sehen, dass dieses Angebot bei uns gut angenommen wird“.

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