Auf dem Salemer Schlosssee ist seit dieser Saison das Stand-up-Paddeln untersagt. Die Gemeindeverwaltung bestätigt dies auf Nachfrage. Tatsächlich stelle man seit Jahren eine sehr starke Zunahme von Stand-up-Paddlern am Schlosssee fest, Tendenz steigend, heißt es weiter.

Konflikte von Stand-up-Paddlern mit Badegästen und Fischern

Zwischen den Stand-up-Paddlern und anderen Nutzern des Gewässers entstanden Spannungen. Die Verwaltung erklärt: „Wiederholt ist es zu Konflikten (von Stand-up-Paddlern, d. Red.) mit Badegästen und den Fischern gekommen. Im Ergebnis handelt es sich beim Schlosssee um einen Badesee, der in erster Linie den Badegästen uneingeschränkt zur Verfügung stehen soll. Zum Schutz von Fauna und Flora soll zudem die Wasserfläche außerhalb des Badebereiches von Wassersportgeräten jeglicher Art freigehalten werden.“

In der Folge kam das Verbot zustande: Um die Sicherheit der Badenden und den Schutz der Natur zu gewährleisten, sei ein generelles Verbot von Stand-up-Paddlern nicht mehr zu vermeiden gewesen. „Zudem sind wir der Meinung, dass der Bodensee ausreichend Kapazitäten und Möglichkeiten bietet, dieser Trendsportart besser nachgehen zu können“, teilt die Gemeindeverwaltung mit.

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Enno Haß ist Pächter des Freibads am Schlosssee. Sein Personal wird von der örtlichen DLRG bei der Badeaufsicht unterstützt. Johannes Franck, Vorsitzender der DLRG Salem, erklärt zum Verbot von Stand-up-Brettern an dem Badesee: „Wir verstehen die Gründe, die dazu geführt haben.“

Enno Haß ist der Pächter des Freibads am Schlosssee Salem. Unter anderem wie hier mit Durchsagen erinnert er die Badegäste an sicheres Verhalten.
Enno Haß ist der Pächter des Freibads am Schlosssee Salem. Unter anderem wie hier mit Durchsagen erinnert er die Badegäste an sicheres Verhalten. | Bild: Mardiros Tavit

Gleichzeitig appelliert Franck, dass gerade Anfänger Vorsicht walten lassen beim Stand-up-Paddeln: „Generell ist die Nutzung auf einem überwachten und berechenbaren Gewässer wie dem Schlosssee für Anfänger natürlich sicherer als sich mit dem SUP gleich auf einem fließenden oder einem unbewachten Gewässer auszuprobieren.“

Johannes Franck rechnet damit, dass „viele mit ihrem Board auf den Bodensee ausweichen, wo man schnell mal die Entfernungen falsch einschätzt und wo unerwartete Windböen aufkommen können, die schon viele unerfahrene Stand-up-Paddler in Gefahr gebracht haben“. Aber: „Auf dem Schlossee war allerdings auch die Gefahr für Schwimmer und andere Badegäste durch die begrenzte Wasserfläche und die zuletzt extrem hohe Anzahl an SUPs gestiegen“, berichtet der DLRG-Vorsitzende.

Johannes Franck von der Salemer DLRG-Ortsgruppe sagt: „Auf dem Schlossee war die Gefahr für Schwimmer und andere Badegäste durch die begrenzte Wasserfläche und die zuletzt extrem hohe Anzahl an SUPs gestiegen.“ Die DLRG Salem unterstützt das Personal am Schlosssee bei der Badeaufsicht.
Johannes Franck von der Salemer DLRG-Ortsgruppe sagt: „Auf dem Schlossee war die Gefahr für Schwimmer und andere Badegäste durch die begrenzte Wasserfläche und die zuletzt extrem hohe Anzahl an SUPs gestiegen.“ Die DLRG Salem unterstützt das Personal am Schlosssee bei der Badeaufsicht. | Bild: Privat
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DLRG entscheidet sich gegen Rettungsbrett

Die DLRG Salem hatte im Sommer 2020 am Schlosssee ein elektronisches Rettungsbrett getestet. Auch andere Ortsgruppen nutzten die Gelegenheit, um das Brett auszuprobieren. Vorsitzender Johannes Franck berichtet: „Leider werden wir uns das elektronische Rettungsbrett nicht anschaffen. Das Rettungsbrett hätte ausschließlich von ausgebildeten DLRG-Bootsführern benutzt werden dürfen. Eine solche Ausbildung hat bei uns bislang niemand und die Ausbildung ist relativ zeitaufwendig.“ Zudem bräuchte man eine Vielzahl von Bootsführern, „damit sichergestellt ist, dass das Brett an den Wochenenden benutzt werden kann. Dadurch haben wir uns letztendlich gegen die teure Anschaffung entschieden“.

Die DLRG befährt den Schlosssee auf einem elektrisch betriebenen Rettungsbrett. Jetzt ist klar: Es bleibt beim Test, der im Sommer 2020 stattfand.
Die DLRG befährt den Schlosssee auf einem elektrisch betriebenen Rettungsbrett. Jetzt ist klar: Es bleibt beim Test, der im Sommer 2020 stattfand. | Bild: DLRG Salem