„Solawi“, was wie ein Wort aus einem Kinderlied klingt, ist die Abkürzung für „Solidarische Landwirtschaft“. Grundgedanke der solidarischen Landwirtschaft ist, dass die Verbraucher das unternehmerische Risiko des landwirtschaftlichen Erzeugers mittragen. Hierfür hat sich der Verein Wegwarte gegründet.

Werbeaktion am Samstag geplant

Angela Schindler, Chemikerin und Umwelt-Beraterin von Industriebetrieben, ist Vorsitzende der Solawi Wegwarte in Salem-Mimmenhausen. Aktuell hat ihr Verein 50 Mitglieder. Es sollen in der kommenden Zeit mehr werden. Dafür starten sie am kommenden Samstag eine Werbeaktion.

Schon die Kleinsten wachsen auf dem Hof der Wegwarte mit Erde und Pflanzen auf. Vereinsvorsitzende Angela Schindler mit Jovin, dem Sohn des Gärtners.
Schon die Kleinsten wachsen auf dem Hof der Wegwarte mit Erde und Pflanzen auf. Vereinsvorsitzende Angela Schindler mit Jovin, dem Sohn des Gärtners. | Bild: Mardiros Tavit

Schindler und ihre Mitstreiter haben 2013 den alten Staiger Hof auf dem Weg zum Martinsweiher übernommen. Einzug nach dem Umbau war 2014. Solidarische Landwirtschaft betreibt die Hofgemeinschaft seit 2017. Hierfür haben sie ganzjährig einen Gärtner halbtags angestellt. „Sozial, ökologisch, wirtschaftlich“ seien die Komponenten des Wirtschaftens der solidarischen Landwirtschaft.

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Einmal im Jahr wird ein Finanzplan erstellt

„Einmal im Jahr wird der Finanzplan aufgestellt. Dann wird der Jahresbeitrag für die Gemüseanteile festgelegt“, erzählt die Vereinsvorsitzende über die Vorgehensweise. Dabei werden alle Kosten des landwirtschaftlichen Wirtschaftens zusammengerechnet und durch die Anzahl der Abnehmer geteilt. Der Finanzplan ist für alle offen. Wobei Vereinsmitglieder der Wegwarte nicht automatisch sogenannte Gemüseanteile kaufen. Zur Zeit sind etwa 40 Gemüseanteile verkauft. Das ist in etwa die Anzahl, die benötigt wird, damit mit deren Jahresbeiträgen ein Gärtner ganzjährig halbtags eingestellt werden kann. Bei rund 23 000 Euro, die für eine Saison benötigt werden und etwa 40 Anteilsnehmern ergibt sich eine Umlage von knapp unter 600 Euro für eine Saison.

Entschieden wird gemeinsam

Ist die Umlage festgelegt, folgt die erste Bieterrunde. Die berechnete Umlage ist dann eine Richtgröße für die Interessierten. Denn die Interessierten geben ihren individuellen Beitrag verdeckt ab. „Wer mehr geben kann, zahlt mehr. Wem der Beitrag zu hoch ist, kann einen kleinen Beitrag ansetzen“. Nicht nur die Umlage des unternehmerischen Risikos erfolgt also solidarisch, auch dessen Aufteilung auf die einzelnen Gemüseanteile. „Wir haben bis jetzt keine zweite Bieterrunde benötigt“, sagt Schindler. Diese wäre nötig gewesen, wenn bei der ersten nicht genug Geld zusammen gekommen wäre. Doch nicht nur über den Finanzplan wird gemeinsam entschieden. „Auch welches Gemüse angebaut wird, beschließen wir in der gemeinsamen Runde“, erklärt Angela Schindler. So wurde für dieses Jahr kein Blumenkohl oder Brokkoli angebaut.

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„Die solidarische Landwirtschaft lebt vom Mitmachen“, sagt Schindler. Vom Anbau über die Pflege bis zur Ernte können sich die Mitglieder einbringen. Auch hier gilt: Jeder wie er kann. Zwar sei ein Gärtner angestellt, aber auf der 2000 Quadratmeter großen Hauptanbaufläche werden mehr helfende Hände gebraucht, als der Gärtner hat. Für das kommende Jahr ist die Wegwarte allerdings auf der Suche nach einem neuen Gärtner.

Ernte wird wöchentlich verteilt

Freitagabend und Samstag wird die wöchentliche Ernte verteilt. Je nach Jahreszeit können dann Salate, Mangold, Fenchel, Bohnen, Karotten, Pastinaken, Tomaten, Gurken, Paprika und viele andere Gemüsesorten und Kräuter abgeholt werden.

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