Die Gemeinde Salem gründet am Alten- und Pflegeheim Wespach einen Natur- und Forscherkindergarten. Welcher Bauwagen für die Kinder angeschafft wird, legte der Gemeinderat jetzt fest. Die Ratsmitglieder entschieden sich einstimmig für ein Modell mit viel Holz: Fußboden aus Douglasie, Außenverkleidung aus Lärche. Mit dabei sind eine Sitzmöglichkeit, Einbaumöbel und Steckdosen. Die Elektroheizung, das E-Kochfeld und die Deckenbeleuchtung benötigen Strom.

Ein Anschluss muss eigens gelegt werden. Das lässt sich laut der Verwaltung am festgelegten Standort aber mit geringem Aufwand realisieren. Die Kosten belaufen sich mit Erdarbeiten auf 20 000 Euro. Ein Wasser- und Abwasseranschluss ist nicht vorgesehen, wie Julia Kneisel vom Amt für Zentrale Dienste erläuterte. Die Wasserversorgung funktioniert über Kanister, die Toilette ist eine Komposttoilette. Es handelt sich um eine Trenntoilette im Inneren des Wagens.

Bauwagen könnte in sechs Monaten in Salem sein

Die Kosten für den Bauwagen liegen ab Hersteller bei knapp 58 300 Euro brutto. Er ist drei mal zehn Meter groß und könnte eventuell schon in einem halben Jahr in Salem stehen. Allerdings muss die Verwaltung ihn selbst abholen. Die Kosten für den Transport sollen nun geklärt werden. Das seien oftmals Kosten, die übersehen würden, sagte Petra Herter (CDU).

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Amtsleiterin Julia Kneisel trug weiter vor: „Die Planungen wurden mit dem KVJS (Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg) abgestimmt, sodass auf die Erfordernisse wie Notausgang, überdachte Treppenbereiche und ausreichend Platz für die zukünftigen 20 Natur- und Forscherkinder geachtet wurde.“ Vor Aufstellung ist die Erteilung einer Baugenehmigung erforderlich.

Komplett auf Solarstrom gehen keine Option

Stephanie Straßer (FWV) fand, dass man den Bauwagen selbst noch individualisieren könne. „Unsere Bauhofkompetenz ist doch so schreinerlastig“, erklärte sie. Vorstellen kann sich die FWV-Rätin selbstgebaute Regale. Birgit Zauer (GoL) fragte, ob der Bauwagen nicht komplett mit Solarstrom betrieben werden könnte. Dies verneinte Julia Kneisel. Die Bauwägen, die es auf dem Markt gibt, machten dies teils. Aber: „Die Kinder nutzen den Bauwagen ja, wenn das Wetter schlecht ist“, sagte Kneisel, und zum Kochen sollte nicht das Licht ausgeschaltet werden müssen.

„Die Kinder nutzen den Bauwagen ja, wenn das Wetter schlecht ist.“
Julia Kneisel, Amtsleiterin Zentrale Dienste

Allgemein war es den Gremiumsmitgliedern wichtig, dass der Bauwagen sehr naturbelassen ist, um dem Konzept eines Waldkindergartens zu entsprechen. „Neben dem Bauwagen und der Erschließung wird noch ein geschützter Sitzplatz benötigt. Wie dieser ausgestaltet werden soll, kann zu einem späteren Zeitpunkt auch unter Einbeziehung der zukünftigen Kindergartenleitung geplant und realisiert werden“, hieß es abschließend.