Radfahrer kommen nun abseits der Straße sicher von Ahausen nach Buggensegel. Aber es geht auch in die Gegenrichtung, ohne auf der Straße fahren zu müssen, da der neue Radweg breit genug für Begegnungsverkehr ist und somit für Radfahrer in beide Richtungen nutzbar ist. Landrat Lothar Wölfle freute sich, dass dieser Radweg nach nur einjähriger Planungs- und Bauzeit eröffnet werden konnte. Auch die beiden Bürgermeister der nun für Radfahrer sicher verbundenen Gemeinden, Manfred Härle für Salem und Martin Rupp für Bermatingen, waren zufrieden.

Bürgermeister danken Grundstückseigentümern

Bürgermeister Härle betonte, dass dieser Weg ohne die Bereitschaft der Grundstückseigentümer nicht realisierbar gewesen wäre. Bei früheren Verhandlungen andernorts seien Projekte durch ein oder zwei Eigentümer, die ihre Flächen nicht hergeben wollten, vereitelt worden. „Wenn man mehr Sicherheit in den Straßenverkehr bringen will und einer ist dagegen, dann ist das manchmal schon frustrierend“, sagte Härle. Früher die Strecke ohne Radweg mit Kindern zu fahren, sei gar nicht gegangen, meinte er. Auch Amtskollege Rupp dankte den Eigentümern der zur Verfügung gestellten Grundstücke, „das ist nicht selbstverständlich und ich hoffe auch auf zukünftige Bereitschaft“.

Die feierliche Eröffnung des Radwegs zwischen Ahausen und Buggensegel mit Tobias Gähr, Leiter Straßenbauamt im Landratsamt, Martin Rupp, ...
Die feierliche Eröffnung des Radwegs zwischen Ahausen und Buggensegel mit Tobias Gähr, Leiter Straßenbauamt im Landratsamt, Martin Rupp, Bürgermeister in Bermatingen, Landrat Lothar Wölfle und Salems Bürgermeister Manfred Härle (von links). | Bild: Lorna Komm

Landrat Wölfe, selber aktiver Radfahrer, erklärte, dass die Strecke vorher viel Gefahrenpotenzial für Radfahrer gehabt habe. Er verwies besonders auf die Steigung am Ortsausgang Buggensegel in Richtung Ahausen. „Hier werden die Radler langsamer, die Autofahrer wollen überholen, sehen über die Kuppe aber nicht richtig, ob Gegenverkehr kommt“, berichtete er aus eigener Erfahrung. Auch der geforderte Abstand von 1,5 Metern beim Überholen eines Fahrradfahrers werde auf der schmalen Straße nicht immer eingehalten. Glücklicherweise sei es aber nicht zu tragischen Unfällen gekommen.

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Fahrradweg gehört zu Konzept, das 2016 startete

Der neue straßenbegleitende Radweg ist eine Maßnahme des 2016 in die Wege gebrachten Radverkehrskonzept, sagte Wölfle. Ziel sei es, den Individualverkehr aufs Rad zu bringen. Aber eine Bewusstseinsänderung der Menschen gehe nur, wenn das Angebot auch steht. „Diese Radwegverbindung ist ein Lückenschluss für die Menschen hier vor Ort aber auch für die Touristen, die abseits vom stark frequentierten Bodenseeradweg fahren wollen“, so der Landrat.

„Diese Radwegverbindung ist ein Lückenschluss für die Menschen hier vor Ort aber auch für die Touristen.“
Lothar Wölfle, Landrat

Parallel zum Bau des Radwegs wurde die Fahrbahndecke auf der Kreisstraße erneuert und es wurden zudem Lehrrohre für Breitbandkabel verbaut, beschrieb Wölfle die Maßnahmen, die nicht unmittelbar mit dem Bau des Radwegs zu tun gehabt hätten. Obwohl der Radweg dem Klimaschutz dienen solle, seien Ökopunkte für den Bau als Ausgleichsmaßnahme erforderlich gewesen. Für den Radweg habe es Mittel aus dem Förderungsprogramm des Landes Baden-Württemberg gegeben, erzählte Wölfe weiterhin.

Die Stücke des Bandes in den Farben des Bodenseekreises werden zur Erinnerung behalten.
Die Stücke des Bandes in den Farben des Bodenseekreises werden zur Erinnerung behalten. | Bild: Lorna Komm

Der Finanzdezernent des Landratsamts, Uwe Hermanns, der sich selber als „Berufspendler“ bezeichnete, weil er alle Termine mit seinem Pedelec-Liegebike anfahre, drehte als erster offizieller Nutzer eine Runde auf dem Radweg. „Gut, dass wir den Weg so breit geplant haben“, meinten die Beteiligten, als Hermanns mit dem breiten Dreirad, das mit dem großen Akku eine Reichweite von bis zu 120 Kilometer hat und bis zu 25 Stundenkilometer schnell fahren kann, rasant die Kuppe hochfuhr.

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