Wer ihn kennt, der weiß um seinen Geburtstag. Für sie braucht es keine gesonderte Geburtstagseinladung. Sie kamen einfach bei Fritz von Boekmann vorbei, diesmal zu seinem 101. Geburtstag. Geboren im letzten Jahrhundert im Oktober 1919 in Königsberg, damals Hauptstadt der deutschen Provinz Ostpreußen. Heute heißt die Stadt Kaliningrad und ist Hauptstadt der gleichnamigen russischen Oblast.

Ein Leben voller Zeitgeschichte

In der Person des Überhundertjährigen bündelt sich die Zeitgeschichte. Geboren in der Weimarer Republik, das Nazi-Reich als Soldat überlebt, am Aufbau der Bundesrepublik Deutschland beteiligt. Als Kind kam er an den Bodensee, sein Vater Fritz trat als Jurist eine Stelle in Konstanz an. Sein einziges Kind Martin hat versucht, die Geschichte seines Vaters aufzuschreiben. Vor allem seine Zeit als Soldat im Krieg wollten sie zusammen aufarbeiten.

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„Es war alles weg. Ich hatte es vergessen“, erzählte der Jahrhundertmann. Mühsam haben sie probiert, die Zeit mit Hilfe alter Landkarten nachzuzeichnen. Nicht immer sei es ihnen gelungen. Gleich nach dem Abitur wurde Fritz in die Wehrmacht eingezogen, wurde gleich in der Invasion in Polen eingesetzt.

„Vater hat alles mitgemacht“

Nach seinem Leben gefragt, berichtete von Boekmann von seinen Einsatzorten. „Vater hat alles mitgemacht. Von Polen aus ging es auf den Balkan. War beim Feldzug nach Moskau dabei“, erzählte sein Sohn, überlebte unter anderem den Kessel von Kursk. An der Westfront, nach der alliierten Invasion in der Normandie, kam er in amerikanische Gefangenschaft.

Nach der Gefangenschaft lernte der nun 101-jährige Maurer in Stuttgart, machte schnell den Meister. In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts lebte er wieder in Konstanz. In Gottlieben arbeitete er als Polier, bevor er 1957 in Salem in der Markgräflich Badischen Verwaltung die Bauabteilung übernahm. Sein Sohn Martin wurde im gleichen Jahr in Singen geboren.

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Als die Gratulanten ihn nach dem Geheimnis für sein hohes Alter fragten, antwortete er nach kurzem Überlegen: „harte Arbeit“. Und auch sein Sohn bestätigte im seine „preußische Disziplin“.

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