Die in manchen Regionen knapp gewordene Trinkwasserversorgung hat die Grüne offene Liste (GoL) dazu bewogen, an die Verwaltung einen Antrag auf Unterrichtung zur Wasserversorgung in Salem zu stellen.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stellte Andre von Holten von der Bauverwaltung die aktuelle Situation dar. Das Fazit seiner Darlegungen: Die Trinkwasserversorgung der Gemeinde ist gesichert. Nachfolgend eine Zusammenfassung seiner Antworten auf die von der GoL gestellten Fragen:

Wie sieht es mit der kommunalen Wasserversorgung aus? Welche Quellen werden genutzt? Gibt es noch ungenutzte Reserven?

Die Versorgungsstruktur besteht im Wesentlichen aus einem zentralen Hochbehälter in Neufrach und Stefansfeld sowie dezentralen Quellen und Hochbehältern in den Teilorten. Der zentrale Hochbehälter wird vor allem aus dem Tiefbrunnen in Neufrach und Stefansfeld gespeist.

Zusätzlich wird Wasser von der Schapbuchquelle beim Fischerhaus und das in Beuren nicht benötigte Wasser von den Beurener Quellen zugeleitet. Das Wasser der Quelle Baitenhausen wird aktuell nicht genutzt und dient als Notreserve.

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Für die Speisung des Hochbehälters Tüfingen besteht ein gemeinsames Pumpwerk mit der Stadt Überlingen auf Deisendorfer Gemarkung. Hier wird dem Grundwasser zur Verminderung der Wasserhärte Bodenseewasser beigemischt.

Durch die vorhandenen Netzverbindungen kann im Notfall die Versorgungsstruktur geändert und umgestellt werden. Dadurch ist eine höchstmögliche Versorgungssicherheit gewährleistet.

Trinkwasserqualität

Welche Schüttungen haben die Salemer Quellen und wie haben sich deren Schüttmengen in den vergangenen zehn Jahre verändert?

Es gibt vier Quellen: Die seit 2012 automatisierte Erfassung der Victoria-, der Malefikanten- und der Weildorfer Quelle weist über die vergangenen acht Jahre eine mittlere Schüttung von 4,75 Liter pro Sekunde aus. Eine signifikante Veränderung der Schüttungsmenge lässt sich in diesem Zeitraum nicht ablesen.

Die Schüttung der Schapbuchquelle wird manuell gemessen. Ihre mittlere Schüttung beträgt 16 Liter pro Sekunde. Aufgrund der Pumpengröße werden aktuell nur 5 Liter pro Sekunde entnommen. Wasserengpässe hat es in den vergangenen Jahren nicht gegeben.

Gab es irgendwann Qualitätsprobleme?

Die Nutzung des Tiefbrunnens Buggensegel für die Wasserversorgung wurde im Zuge der Neufracher Gewerbegebietserweiterung 2012 aufgegeben. Eine Trennung vom Leitungsnetz ist vollzogen.

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Die regelmäßigen Wartungsarbeiten am Tiefbrunnen werden aber fortgeführt, um im Notfall eine Wiederinbetriebnahme zu ermöglichen. Die Baitenhauser Quelle wurde aufgrund wiederholt auftretender Verkeimungen nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt im Jahr 2017 stillgelegt.

Wie verhält sich der Wasserbedarf im Verhältnis Privat- und Gewerbebedarf?

Im Mittelwert bewegt sich der Wasserverbrauch in den vergangenen sechs Jahren um die 600 000 Kubikmeter pro Jahr. Die Verbräuche der privaten Haushalte nehmen tendenziell zu, die der Landwirtschaft und des Gewerbes tendenziell eher ab. Auf die Haushalte entfallen 75 Prozent, auf das Gewerbe 14 Prozent, auf die Landwirtschaft 9 Prozent und auf die Gemeinde 2 Prozent.

Wie viele Einwohner verträgt die Wasserversorgung nach heutigem Stand noch zusätzlich?

Aus Sicht der Verwaltung ist die Wasserversorgung bei Weitem noch nicht an ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. Eine fundierte, alle Wasserquellen berücksichtigende Analyse bedürfte der Mithilfe eines qualifizierten Fachbüros.

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