Christa Asprion ist traurig: Ihr erwachsener Sohn war am 13. Januar mit Hund Stitsch im Waldgebiet zwischen Salem-Oberstenweiler und Haberstenweiler unterwegs, als ein Schuss fiel. Stitsch, zehn Jahre alt, habe aufgeheult. „Sofort kam ein zweiter Schuss, und danach Totenstille“, gibt Asprion die Schilderungen ihres Sohnes wieder.

Passiert ist das Ganze ihr zufolge zwischen 17.30 und 18.15 Uhr. Der Hund war zuvor ohne Leine in Rufbereitschaft. Doch in der aufkommenden Dunkelheit konnte ihr Sohn den Vierbeiner nach dem Vorfall nicht finden und lief in der Hoffnung nach Hause, dass er sich vielleicht verletzt dorthin geschleppt hätte. Aber Fehlanzeige.

Im Wald suchten Christa Asprion und ihre Familie schließlich mehrere Stunden nach Stitsch. „Wir waren an dem Abend zu dritt noch bis 23.30 Uhr unterwegs. Am nächsten Tag war ich lange alleine dort“, berichtet die Salemerin. Doch Stitsch blieb verschwunden. Auch Anrufe in den Tierheimen und bei der Tierverwertung brachten keinen Sucherfolg. Beim Polizeiposten in Salem hat Asprion inzwischen Anzeige gegen Unbekannt gestellt.

Kreisjägermeister Hartmut Kohler ist der Vorfall in seinen Einzelheiten nicht bekannt, aber er gibt hier generelle Antworten zum Thema.

Christa Asprion hofft, dass jemand etwas gehört oder gesehen hat und Hinweise geben kann. „Es handelte sich um einen schon in die Jahre gekommenen Hund, dem es aber noch richtig gut ging. Es war kein Hund, der gewildert hat, dafür war er viel zu langsam“, so Asprion. Stitsch stammte aus dem Tierheim und lebte fünf Jahre bei der Familie. Der Mischling fehlt allen Familienmitgliedern sehr.

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„Kinder hat er geliebt. Und vor allem war er total ruhig, wenn Kinder in der Nähe waren“, erzählt Christa Asprion. Sie hat ein Foto an den SÜDKURIER geschickt, auf dem Stitsch ein Leckerli von ihrer Enkelin Freia bekommt.

Christa Asprions Enkelin Freia streckt Stitsch ein Leckerli entgegen. Asprion sagt, dass der zehnjährige Hund Kinder geliebt habe.
Christa Asprions Enkelin Freia streckt Stitsch ein Leckerli entgegen. Asprion sagt, dass der zehnjährige Hund Kinder geliebt habe. | Bild: Christa Asprion

Für alle wäre es wichtig, zumindest die Leiche des Tieres zu finden. Doch Asprion geht davon aus, dass der Schütze den verletzten oder toten Hund mitgenommen hat. Sie nimmt nach eigenen Angaben an, dass der Schütze ein Jäger war, „weil ich es für unrealistisch halte, dass jemand hier im Wald rumballert“.