Ein Mann und eine Frau aus dem Landkreis Sigmaringen wurden am Dienstag am Amtsgericht Überlingen wegen Beleidigung, gefährlicher Körperverletzung und Diebstahl zu sieben beziehungsweise acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Das angeklagte Paar, eine Drogistin und ein Werkzeugmechaniker, hatten einen Mann aus Salem im Februar auf Whatsapp beleidigt, ihn in seiner eigenen Wohnung misshandelt und ihm anschließend Geld sowie seine Kreditkarte entwendet.

Die Eingangstür des Überlinger Amtsgericht: Aufgrund von Corona dürfen derzeit nur Besucher mit Termin oder auf Vorladung in das Gebäude.
Die Eingangstür des Überlinger Amtsgericht: Aufgrund von Corona dürfen derzeit nur Besucher mit Termin oder auf Vorladung in das Gebäude. | Bild: Baur, Martin

Das Opfer der Gewalttat hatte der Angeklagten, seiner Ex-Freundin, Geld in Höhe von 500 Euro geschuldet. Dieses konnte er ihr aber nach mehrmaliger Zahlungsaufforderung nicht zurückgeben. Anfang Februar beleidigte die Angeklagte den Mann im Whatsapp-Chat und drohte ihm mit Gewalt. Am folgenden Tag suchten die Angeklagten den Mann in seiner Wohnung in Salem auf.

Straftat mit eigenem Handy gefilmt

Vor Ort spuckte die Angeklagte an das Fenster des späteren Opfers. Da seine Wohnungstür offen war, konnten die späteren Angeklagte in seine Wohnung eintrete. Nach wiederholter Aufforderung, die Schulden zu zahlen, wurde der Bewohner zu Boden geschubst. Beide Angeklagten schlugen und traten auf den Mann ein. Die Angeklagte filmte die Tat mit ihrem Handy.

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Dabei erlitt das Opfer unter anderem Schürfungen an der Schulter und Oberarm sowie Hämatome am Hals. Anschließend stahlen die beiden späteren Angeklagten dem verletzten Mann Geld aus seinem Portemonnaie und nahmen ebenfalls seine Kreditkarte mit. Nachdem die Angeklagten verschwunden waren, rief das Opfer die Polizei. Gegen die Angeklagten wurde Anfang September Strafbefehl erlassen.

Angeklagte ziehen Einspruch nach Anhörung zurück

Anfangs sagten beide Angeklagten vor Amtsrichter Alexander aus, die Tat nicht begangen zu haben. Für den Amtsrichter war die Beweislage nach der Anhörung aber eindeutig. Nach mehrmaliger Beratung mit ihren Verteidigern zogen die Angeklagten ihren Einspruch gegen den Strafbefehl schließlich zurück. Sie gaben somit die Tat zu und akzeptierten die mehrmonatige Bewährungsstrafe. Die Angeklagte erhielt aufgrund der Beleidigungen im Whatsapp-Chat einen Monat mehr auf Bewährung als der Angeklagte.