Ein vorzeitiges Saisonende, vier entfallene Spiele und geschlossene Hallentüren treffen die Tabellenführer der 2. Bundesliga Süd hart.

Bis das Hallentraining wieder losgehen darf, spielt Spielertrainer Christian Pampel mit seiner Familie im Hof.
Bis das Hallentraining wieder losgehen darf, spielt Spielertrainer Christian Pampel mit seiner Familie im Hof. | Bild: privat

Wie vielerorts in Deutschland und auf der ganzen Welt versuchen die Sportler um den ehemaligen Weltklassespieler Christian Pampel das Beste aus der aktuellen Situation zu machen. Die Vorfreude auf die nächste Saison mit spannenden Spielen und ihren Fans trägt sie bei ihren alternativen Trainings.

Außenangreifer Severin Hauke arbeitet als Erntehelfer.
Außenangreifer Severin Hauke arbeitet als Erntehelfer. | Bild: privat

Normalerweise trainieren sie drei Mal wöchentlich je zwei Stunden in der Sporthalle des Bildungszentrums. An den Wochenenden stehen Spiele an. Seit Mitte März ist alles anders.

Spikeball-Spielen mit einem WG-Mitbewohner dient Bogdan Birkenberg als Ersatz.
Spikeball-Spielen mit einem WG-Mitbewohner dient Bogdan Birkenberg als Ersatz. | Bild: privat

Statt Mannschaftstraining ist Kreativität gefragt. Liegestützen am Bodenseeufer, Bäume stemmen im Wald oder diverse Garten- und Bauarbeiten sind an die Trainingsstelle gerückt. Ihr Spielertrainer führt derzeit statt Ball und Mannschaft eine Schubkarre durch die Baustelle in seinem Daisendorfer Garten. An einem kleinen Netz spielt er mit Familie im Hof. Mannschaftskapitän Michael Diwersy und sein Bruder Lennart helfen wie Außenangreifer Jonas Hoffmann und Zuspieler Federico Cipollone den Eltern rund ums Haus.

Eine selbstgebaute Wand soll Julis Schulterprobleme lösen.
Eine selbstgebaute Wand soll Julis Schulterprobleme lösen. | Bild: privat

Der Hinterhof der Wohngemeinschaft von Mittelblocker Bogdan Birkenberg mutiert in Coronazeiten zum Trainingsort. Dort spielt er mit Mitbewohnern Spike-Ball und hält sich mit Workouts fit. „Ganzkörperworkout“ betreibt Außenangreifer Severin Hauke. Er arbeitet als Erntehelfer bei einem Obst- und bei einem Hopfenbauer.

Zu Ehren ihrer treuen Fans

Julius Schrempp hat sich selbst eine Kletterwand gebaut und sie nach dem treuen Fanclub „Black Wall“ benannt. Durch Kletterübungen versucht er seine angeschlagene Schulter bis zum Saisonneustart zu kräftigen.

Lukas Ott und Johannes Becker nutzen einen Trainingsplatz mit bester Aussicht.
Lukas Ott und Johannes Becker nutzen einen Trainingsplatz mit bester Aussicht. | Bild: privat

Trotz aller kreativer Trainingseinfälle fehlen allen Mannschaftsspielern am Ende das Wichtigste: die sportlichen Herausforderungen beim Wettkampf, das Miteinander im Spielerteam und das Zusammentreffen mit der Fangemeinde. „Mir fehlt es, einen Ball in der Hand zu haben und der Verein, die vielen schönen Momente, das Miteinander, das Gefühl einer Familie, einer Einheit. Ein gemeinsames Ziel und ein Sport, den wir alle so gerne machen“, fasst Teammanager Christof Kraußer zusammen, woran es ihnen mangelt.

Mittelblocker Tobias Streibl ist schon „ganz heiß“ auf die neue Spielsaison.
Mittelblocker Tobias Streibl ist schon „ganz heiß“ auf die neue Spielsaison. | Bild: privat

Allen ist klar, dass sie großes Glück haben, gesund zu sein. Dennoch wünschen sie sich ein Stück Normalität zurück. Zumindest an den Beachplätzen sollte wieder Begegnung und Spiel möglich sein, findet Birkenberg.

„Ich bin absolut heiß auf die neue Saison und vor allem auf die Heimspiele mit der Black Wall“, spricht Tobias Streibl für alle. Bis dahin bleibt nur wie Libero Doru Pilihaci „vom Volleyball zu träumen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €