2004 wurde Manfred Härle mit 2202 Stimmen Bürgermeister, 2012 mit 2451 Stimmen. Wiedergewählt wurde er am vergangenen Sonntag mit 2673 Stimmen. Schon 2004 war das Ergebnis zwischen ihm und Kandidat Ralf Petersen mit einem Unterschied von 86 Stimmen knapp ausgefallen. Und auch in diesem Jahr war es eine enge Sache. Denn: Birgit Baur war in einigen Wahlbezirken dicht hinter ihm. Am Ende unterschieden sie im vorläufigen Wahlergebnis 594 Stimmen.

Roland Martin: „Ein äußerst spannendes vorläufiges Ergebnis“

Kandidat Roland Martin erzielte 444 Stimmen und war bei der Verkündung des Wahlergebnisses am Sonntagabend vor dem Rathaus nicht anzutreffen. Gegen 21.30 Uhr schickte er eine Pressemitteilung. Er schreibt: „Ein äußerst knappes und spannendes vorläufiges Ergebnis um den Chefposten im Rathaus bewegt mich tief. Ich gratuliere Frau Baur zu ihrem tollen Ergebnis, hoffe zeitgleich auf eine Stichwahl bei der Nachzählung und dem daraus resultierenden amtlichen Endergebnis.“

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Einen „herzlichen Dank“ spricht er seinen Wählern aus, „die mir ihr Vertrauen und ihre Stimme gegeben haben“. Im Falle einer Stichwahl beziehungsweise eines zweiten Wahlgangs empfiehlt er seinen Wählern Birgit Baur. „Ich selbst werde daran nicht mehr teilnehmen“, teilt Roland Martin mit, der im März ebenfalls in Uhldingen-Mühlhofen kandidiert hatte.

Eine Nachzählung des Wahlergebnisses wird es jedoch nicht geben, solange diese nicht von der Kommunalaufsicht im Landratsamt des Bodenseekreises aus dringenden Gründen angeordnet wurde. Uli Brandstetter, stellvertretender Amtsleiter der Bürgerdienste und in der Gemeinde Salem zuständig für den Bereich Wahlen, erklärt das weitere Vorgehen, das nun ansteht: Der Gemeindewahlausschuss sichte die Unterlagen und Niederschriften der Wahlhelferteams.

Gemeindeausschuss prüft sonstige und ungültige Stimmen

„Es wird festgestellt, ob in den Wahlvorständen alles richtig gemacht wurde“, sagt Brandstetter. Dies geschieht in einer öffentlichen Sitzung. Diese fand am Montagabend ab 18 Uhr im neuen Rathaus statt. Der SÜDKURIER wird noch berichten. Zu den Unterlagen aus den Wahlbezirken, die vom Gemeindewahlausschuss in Augenschein genommen wurden, gehören unter anderem die sonstigen Stimmen, davon gab es 122, und die ungültigen Stimmzettel, insgesamt 50.

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Wer die Personen sind, die abseits von Manfred Härle, Birgit Baur und Roland Martin Stimmen erhalten haben, konnte Brandstetter am Montagvormittag nicht bekannt geben, da er der Sitzung des Gemeindewahlausschusses nicht vorgreifen wollte.

Manfred Härle kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses: Mit 50,3 Prozent wählten ihn die Salemer für weitere acht Jahre zu ihrem Bürgermeister. Mit ihm freut sich seine Frau Claudia Härle und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger vor dem Rathaus.
Manfred Härle kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses: Mit 50,3 Prozent wählten ihn die Salemer für weitere acht Jahre zu ihrem Bürgermeister. Mit ihm freut sich seine Frau Claudia Härle und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger vor dem Rathaus. | Bild: Stefan Hilser

Eine anonyme Gruppierung namens „Aktionsbündnis Salem 2028“ hatte im Vorlauf der Bürgermeisterwahl dazu aufgerufen, andere Personen als die auf dem Wahlzettel stehenden zu wählen und somit einen zweiten Wahlgang zu erzwingen. Zwei Wahlvorschläge waren konkret genannt worden.

„Das war eine unbekannte Komponente und man wusste nicht, was da zustande kommt“, sagt Brandstetter. Die Anzahl von 122 sonstigen Stimmen beschreibt er aber als „gering“. Bei der Wahl im Jahr 2012 waren beispielsweise 208 Stimmen auf andere Namen entfallen.

Brandstetter: Wahlhelferteams setzen Bürgermeisterwahl „gut um“

Laut Brandstetter könnte es hinsichtlich des Wahlergebnisses lediglich „minimale Änderungen geben“. Dies macht er unter anderem an der zuverlässigen Arbeit der Wahlhelferteams fest. „Ich war zufrieden. Es war tagsüber relativ ruhig“, berichtet Brandstetter zum Verlauf des Wahlsonntages.

Interessierte Bürger am neuen Rathaus. Erste Ergebnisse der Auszählung gab es am Sonntag ab 18 Uhr dort an einem Bildschirm zu sehen.
Interessierte Bürger am neuen Rathaus. Erste Ergebnisse der Auszählung gab es am Sonntag ab 18 Uhr dort an einem Bildschirm zu sehen. | Bild: Mardiros Tavit

Morgens und mittags war er in den Wahllokalen in den 14 Bezirken unterwegs. Die Wahl sei gut umgesetzt worden, inklusive Hygienekonzept, findet Brandstetter. In den Wahllokalen herrschte Maskenpflicht, Stifte zum Ausfüllen der Wahlzettel sollten mitgebracht werden und Desinfektionsmittel stand jeweils für die Wähler bereit.

Nach dem Gemeindewahlausschuss ist das Kommunal- und Prüfungsamt am Zug, die Bürgermeisterwahl zu beurteilen. Der Behörde werden dieselben Unterlagen wie dem Ausschuss zur Verfügung gestellt. Sie muss am Ende einen offiziellen Prüfungsbescheid ausstellen.

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