Sie summen und brummen, sind fleißig und bestäuben: Bienen. Die kleinen Insekten kommen einzeln oder in großen Scharen vor, leben entweder frei in der Wildnis oder werden von Imkern in Bienenstöcken gehalten. Auch am Bodensee gibt es zahlreiche Bienenzüchter, die die Insekten halten, um Honig zu produzieren.

Einer davon ist Rainer Mühlberger. Der Salemer ist nicht nur leidenschaftlicher Imker, sondern auch Unternehmer. Seit etwa zehn Jahren betreibt er die Firma cXc GmbH in Buggensegel. Das neuste Projekt von Mühlberger verbindet seine technische Arbeit mit seiner Leidenschaft für die Imkerei: Es ist eine Funk-Bienenstockwaage.

Eine solche Waage ist an sich keine neue Erfindung. Sie wird unter einen Bienenstock gestellt und hilft Imkern dabei, die Gewichtsveränderungen und weitere Parameter eines Bienenvolkes zu überwachen. Denn nur, wenn sich Imker sicher sein können, dass sich die beobachteten Parameter geeignet entwickeln, wissen sie, dass es den Bienen gut geht und am Ende ein Honigertrag zu erwarten ist.

Ein Teil der Bienenstöcke von Imker Rainer Mühlberger steht direkt in seinem Garten in Salem. Andere Stöcke hat er beispielsweise in ...
Ein Teil der Bienenstöcke von Imker Rainer Mühlberger steht direkt in seinem Garten in Salem. Andere Stöcke hat er beispielsweise in Wäldern untergebracht. | Bild: Mona Lippisch

„Stehen die Bienen zum Beispiel an einem Ort, an dem sie kaum Möglichkeiten zum Bestäuben und Nektarsammeln haben, zeigt die Waage nur wenig Gewichtsveränderung an. Dann muss ich mir vielleicht einen anderen Standort überlegen“, erklärt Mühlberger. Neben mechanischen Waagen setzen Imker zunehmend auch Funk-Waagen an den Bienenstöcken ein.

Die Bienenstockwaage von Rainer Mühlberger und der cXc GmBH ist größenverstellbar und passt unter einen Bienenstock.
Die Bienenstockwaage von Rainer Mühlberger und der cXc GmBH ist größenverstellbar und passt unter einen Bienenstock. | Bild: Mona Lippisch

Funk-Waagen liefern Daten direkt auf das Handy. So spart sich der Bienenzüchter den Aufwand, extra zu den Stöcken zu fahren. Doch was genau ist das Besondere an der digitalen Waage, die Rainer Mühlberger mit seinen Kollegen entwickelt hat? Wie der Imker erklärt, können die Echtzeitdaten der Waage – neben Position, Gewicht und Uhrzeit auch das Wetter – jederzeit per App auf dem Handy abgerufen werden.

Dort werden sie dem Nutzer in bereits interpretierter Form angezeigt. „Sie sehen dann nicht nur rohe Zahlen oder Grafiken, sondern bekommen die Schlussfolgerungen aus den Daten direkt auf einen Blick angezeigt“, erklärt der Mühlberger. Regnet es beispielsweise mehrere Tage in Folge, fällt die Gewichtsanzeige, was aber nicht am Blütenmangel liegt, sondern daran, dass die Bienen ihren Stock nicht verlassen können und ihr eigenes Futter verzehren.

Die App bewertet die Wettersituation und empfiehlt dem Imker dann zum Beispiel, mit den Bienenstöcken am aktuellen Standplatz zu bleiben. Neben der Interpretation solcher Werte werden auch Futter- und Ernteempfehlungen angezeigt.

So sieht die Bienenstockwaage Beefone aus, wenn sie nicht gerade unter einem Stock liegt.
So sieht die Bienenstockwaage Beefone aus, wenn sie nicht gerade unter einem Stock liegt. | Bild: Mona Lippisch

Weil die Waage mit einer SIM-Karte ausgestattet ist, ist sie außerdem jederzeit auffindbar. Denn Imker Mühlberger weiß: „Häufig kommen Bienenstöcke und Bienenwaagen abhanden, sie werden geklaut.“ Mithilfe der eingebauten Technik könne man ihren Standort jederzeit ausfindig machen. Anders als beim GPS-Signal durchdringe die Technologie auch Gebäude und Kellerräume.

„Wir wollten eine Waage, die auf die Bedürfnisse der Imker abgestimmt ist. Und das haben wir jetzt geschafft“, freut sich Mühlberger. Auch bei ihm persönlich kommen die Waagen künftig zum Einsatz. „Ich bin schon gespannt und freue mich auf die Verbesserung meiner Arbeitseffizienz.“

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