Das Cover ist bis auf die Bandangabe gleich wie bei den ersten beiden Bänden. Bunte Mosaiksteinchen umspielen eine Landkarte des Linzgaus und darunter breitet sich der Bodensee aus. Was sich in der Vergangenheit zwischen und in den dort markierten Ortschaften abgespielt hat, liegt dem Autoren- und Redaktionsteam am Herzen. Über viele Besuche in Archiven und Interviews mit Zeitzeugen sammeln sie Heimatgeschichte hautnah.

Akzent liegt auf Wirtschaft und Zugverkehr

Dieses Mal liegt der Hauptakzent auf dem Themenbereich Wirtschaft und Zugverkehr in der Region, inklusive einer Bahnkatastrophe, eines Fliegerangriffs und als des Besuchs der Queen 1965.

Der Besuch von Queen Elizabeth und Prinz Philip am Salemer Bahnhof war sicher der Höhepunkt in der Geschichte der „Frickingerle“.
Der Besuch von Queen Elizabeth und Prinz Philip am Salemer Bahnhof war sicher der Höhepunkt in der Geschichte der „Frickingerle“. | Bild: Fotoarchiv Lauterwasser

Vom Bau der Bodenseegürtelbahn mit Hilfe von rund 1000 Gastarbeitern berichtet Albert Mayer beispielsweise und stützt sich dabei auf Aufschriebe aus dem „Neufracher Dorfbuch“. Ganz besonders gern hat sich der Hobby-Heimatforscher mit dem „Frickingerle“ befasst, der ehemaligen Bahnverbindung zwischen Salem und Frickingen. Für Oktober ist in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Salemertalbahn eine Ausstellung dazu geplant.

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Das Buch und seine Gastautoren

Frickinger Obst wurde bis nach Italien verkauft

Mayer ist unter anderem von der besonderen Bedeutung des Güterzugverkehrs für die Landwirtschaft im Salemer Tal und im Deggenhausertal beeindruckt. Es sei der Frickinger Pfarrer Ludwig Herr gewesen, der im Jahr 1904 nach dem Vorbild des Hagnauer Geistlichen Heinrich Hansjakob eine Obstabsatz-Genossenschaft gegründet habe. Bis nach Italien sei das Frickinger Obst verkauft worden. Unterhaltsame Anekdötchen rund um das Leben an und auf den Schienen würzen die Texte.

Zur Bahneröffnung war in Frickingen alles auf den Beinen.
Zur Bahneröffnung war in Frickingen alles auf den Beinen. | Bild: Albert Mayer

Erinnerungen an legendäre Salemer Bahnhofsfeste

Hugo Gommeringer als zweiter Autor im Dreierbund hat sich mit der Historie des Bahnhofs Salem beschäftigt. Zum Beispiel hat er die Querelen um die Namensgebung der Station am Mimmenhausener Ortsrand auf Gemarkung Neufrach festgehalten. Der Heimatexperte erinnert außerdem an die beinahe legendären Salemer Bahnhofsfeste, die zwischen den Jahren 1986 und 2001 Dorffestcharakter angenommen hätten. Interessierte Leser werden sicher die eine oder andere Persönlichkeit aus dem Ortsleben auf den abgebildeten Fotografien wiedererkennen.

„Es ist elementar, mit Menschen zu sprechen, die noch als Augenzeugen dabei gewesen sind.“
Albert Mayer

Wichtig ist Hugo Gommeringer, „dass es immer vorrangig um die Menschen geht“, wie er sagt. Seine beiden Redaktionskollegen Gerlinde Kriese und Albert Mayer stimmen zu. „Es ist elementar, mit Menschen zu sprechen, die noch als Augenzeugen dabei gewesen sind“, befindet Mayer. Als Beispiel nennt er den in diesem Jahr verstorbenen August Lohr. Gastautor Hubert Volz habe den Eisenbahner, langjährigen Münstermesner und Stefansfelder Ortsreferenten August Lohr noch befragen können, bevor er im Januar verstarb. Lohrs Erinnerungen ist ein Kapitel gewidmet.

Gerlinde Kriese hat sich besonderer Bäume verschrieben, wie hier auf der Amalienhöhe in Heiligenberg.
Gerlinde Kriese hat sich besonderer Bäume verschrieben, wie hier auf der Amalienhöhe in Heiligenberg. | Bild: Hermann Förster

Ebenso ist eine Kurzgeschichte des jüngst verstorbenen Hobby- und Heimatfotografen Hermann Böhne abgedruckt. Die Rede ist davon, wie eine Sanddüne nach Salem-Stefansfeld kam und wohin sie verschwunden ist.

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Um einen verschwunden geglaubten Platz geht es bei den Ausführungen der dritten Hauptautorin, Gerlinde Kriese. Sie hat aufgeschrieben, was man von dem Aussichtspunkt sehen kann, den ein Heiligenberger wiederentdeckt hat. Als Vorstandsmitglied im Verein für Heimatgeschichte und Brauchtumspflege interessiert sie sich ferner für spezielle Bäume, wie beispielsweise die Gerichtslinde auf dem Postplatz Heiligenbergs. Amüsant zu erfahren ist sicher auch, wie ein exotischer Mammutbaum nach Heiligenberg kam und in welchem Zusammenhang der Überlinger Landschaftsplaner Johann Senner dazu steht.

Liebesbriefe in Cover eingearbeitet

Am Ende verrät die Künstlerin Gerlinde Kriese noch, was es mit den von ihr identisch gestalteten Buchtitelseiten von Band 1 bis 3 auf sich hat: Sie habe in die wiederkehrenden Cover Liebesbriefe einfließen lassen, die sie als 16-Jährige bekommen habe.