In der Bodenseeregion war am späten Samstagabend ein „schwaches Erdbeben“ zu registrieren, wie der amtliche Erdbebendienst Südwest meldet. Nach seinen vorläufigen Auswertungen erfolgte das Beben am Samstag, 19. Februar, 22.07 Uhr. Es erreichte eine Stärke der Magnitude 2.3 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag etwa 500 Meter westlich von Salem-Grasbeuren in Richtung Mühlhofen. Bemerkbar war es an der Erdoberfläche offensichtlich so gut wie nicht, auf Salemer Facebook-Seiten, auf denen die Nachricht am Sonntagvormittag verbreitet wurde, gibt es lediglich Kommentare wie: „Wow!“ und „nichts gemerkt.“ Allerdings gibt es Meldungen aus anderen Gemeinden.

Hypozentrum in relativ großer Tiefe von 20 Kilometern

Während das Landesamt für Geologie Baden-Württemberg, das gemeinsam mit seinem Pendant in Rheinland-Pfalz den Erdbebendienst Südwest bildet, keine Tiefe angibt, heißt es auf der Seite erdbebennews.de, das Hypozentrum habe „wie üblich für diese Region in relativ großer Tiefe von rund 20 Kilometern“ gelegen. Deshalb sei es auch unwahrscheinlich, dass das Beben verspürt wurde. Der Schweizerische Erdbebendienst ermittelte eine Magnitude 2.6 und eine Tiefe von 26 Kilometern.

Zeugenmeldungen aus Bodman-Ludwigshafen und Wahlwies

Akustische Wahrnehmungen seien bei dieser Stärke aber möglich, heißt es weiter auf erdbebennews.de und tatsächlich gibt eine entsprechende Zeugenmeldungen aus Bodman-Ludwigshafen für exakt 22.07 Uhr: „Ein über doch mehrere Sekunden andauerndes Grollen aus östlicher Richtung, ähnlich einem ‚rollenden‘ Gewitterdonner, wie man ihn in den Bergen öfters vernimmt (Intensität II).“ Und zeitgleich postete ein Zeuge aus Stockach-Wahlwies: „Kurze Erschütterung (Intensität II)“.

Am selben Samstagabend gab es in Baden-Württemberg ein weiteres Erdbeben, das für viele Menschen spürbare war. Es wurde gegen 20.49 Uhr bei Albstadt im Zollernalbkreis registriert. Auch diesen Erdstoß stuft der Landeserdbebendienst als „schwaches Erdbeben“ ein, und nennt eine Stärke von 3,1 auf der Richterskala. Es sei vermutlich im Umkreis von rund zehn Kilometern rund um das Epizentrum spürbar gewesen.

Tübinger Zeugen berichten von wackelnden Gläsern

Wie der Südwestrundfunk SWR berichtet, hätten zahlreiche User in sozialen Netzwerken beschrieben, das Beben auf der schwäbischen Alb wahrgenommen zu haben. So hätten bei ihm gerade die Gläser im Schrank gewackelt, habe beispielsweise der Bundestagabgeordnete Chris Kühn (Grüne) getwittert und er versah den Tweet mit dem Hashtag „Tübingen.“ Auch aus Hechingen und Albstadt gebe es Meldungen. „War schon heftiger als sonst“, schrieb ein User laut SWR. Meldungen über Sach- oder Personenschäden seien bislang nicht bekannt. Es habe nur wenige Anrufe gegeben und auch keine Schäden, sagte ein Sprecher des Lagezentrums des Innenministeriums der dpa am Sonntag.

Nach Angaben von erdbebennews.de bestehe kein Zusammenhang zwischen dem Erdbeben am Bodensee um 22.07 Uhr und jenem auf der Schwäbischen Alb um 20.49 Uhr.