Grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten sind im Gemeinderat Salem aufeinandergetroffen, als das Gremium bei seiner jüngsten Sitzung über die Vergabe zweier Grundstücke im Gewerbegebiet Neufrach-Ost IV zu entscheiden hatte. Beworben hatten sich mit der Firma Abdichtungstechnik Lopatta und dem Online-Hofladen Frida Frisch zwei Firmen, die bereits im Ort ansässig sind. Am Ende sprach das Gremium bei vier Gegenstimmen der GoL-Fraktion und mehreren Enthaltungen der Firma Lopatta ein Grundstück mit 1350 Quadratmetern und Frida Frisch 1659 Quadratmeter grundsätzlich zu.

GoL moniert beantragte Größen der Grundstücke

Besonders aus den Reihen der GoL-Fraktion gab es – bei genereller Zustimmung zur weiteren Gewerbeansiedelung – Einwände gegen die jeweils beantragte Grundstücksgröße. Ulrike Lenski mahnte eine flächensparende Vergabe an, die durch kleinere Parzellen und durch höhergeschossige Bebauung erreicht werden könnte. Diesen Punkt griff auch Stephanie Straßer (FWV) auf. Bezweifelt wurde aus den Reihen der GoL auch, ob inzwischen bei fast jeder Gewerbeansiedelung eine Betriebsleiterwohnung nötig sei. Ralf Gagliardi (GoL) äußerte Skepsis, ob das vorgesehene Baugewerbe mit dem Schutz der angrenzenden Naturflächen in Einklang stünde.

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Gemeinde müsste Erschließungsstraße verlängern lassen

Bürgermeister Manfred Härle machte darauf aufmerksam, dass eine Verkleinerung der Grundstücke im konkreten Fall bedeuten würde, dass die Erschließungsstraße auf Kosten der Gemeinde verlängert werden müsste. An die GoL-Fraktion gerichtet, sagte Härle: „Mit Ihrem Entscheidungsverhalten – grundsätzlich zustimmen, aber im Detail blockieren wollen – kann ich nichts anfangen.“ Von den GoL-Tischen wurde das als „im Ton und in der Sache unangemessen“ zurückgewiesen.

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Lauter Widerspruch aus anderen Fraktionen

Gegen Bedenken der GoL erhob sich auch aus den Reihen der anderen Fraktionen lauter Widerspruch. Armin Eglauer (SPD) zeigte sich „fassungslos, wie hier Bauvorhaben behindert werden sollen“. Die früher im Weildorfer Eiskeller geplante Ansiedelung von Frida Frisch sei ja „leider am Denkmalschutz“ gescheitert. Auch Petra Herter (CDU) wandte sich gegen überzogene Vorschriften für Interessenten.

Härle: „Allzu viele Restriktionen sind schädlich“

Dem schloss sich der Bürgermeister an: „Wir wollen doch die Ansiedelung von Betrieben fördern. Allzu viele Restriktionen sind da schädlich.“ Man müsse den Interessenten im Größenzuschnitt der Parzellen auch Entwicklungsmöglichkeiten zugestehen. Wenn demnächst dann die Bauanträge vorliegen, könne man mit den Bauherren immer noch ins Detail gehen, sagte Härle. Die endgültige Vergabe erfolge erst nach Vorlage der konkreten Planung für die Betriebsgebäude.