Die Grundzüge des Haushaltsplans für das kommende Jahr stehen. Kämmerin Julia Kneisel stellte dem Gemeinderat den ersten Entwurf vor. Danach kann im Ergebnishaushalt ein Überschuss von rund 483 000 Euro erzielt werden, der dem Finanzhaushalt zur Finanzierung der Investitionen zugeführt werden kann. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 11,8 Millionen Euro.

Defizit kann mehr als kompensiert werden

Die ordentlichen Erträge im Ergebnishaushalt (früher Verwaltungshaushalt), in dem die laufenden Einnahmen und Ausgaben sowie die Abschreibungen auf Gemeindeeigentum in Höhe von 4,6 Millionen Euro dargestellt sind, belaufen sich auf 27,7 Millionen Euro, die Ausgaben auf 29,7 Millionen. Somit ergibt sich rein rechnerisch ein Minus von circa 2 Millionen Euro. Wie die Kämmerin erklärte, kann dieses Defizit jedoch durch die Auflösung von Investitionszuwendungen und Investitionsbeiträgen mehr als kompensiert werden, so dass sogar ein Überschuss von 483 000 Euro erzielt werden kann.

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Einnahmen sprudeln wegen Corona nicht wie früher

An verschiedenen Eckdaten machte Julia Kneisel deutlich, dass die Einnahmen aufgrund der Corona-Krise längst nicht mehr so sprudeln wie in früheren Jahren. So sinken beispielsweise die Schlüsselzuweisungen aus dem Finanzausgleich um 400 000 Euro auf 3,4 Millionen Euro. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer geht von 7,8 Millionen Euro auf 7,4 Millionen Euro zurück. Immerhin können nach Kneisels Angaben die Einnahmen aus der gemeindeeigenen Gewerbesteuer wie im Vorjahr mit 4 Millionen Euro veranschlagt werden. Einhergehend mit den Mindereinahmen steigen aufgrund der guten Steuerkraftsumme der Gemeinde vor zwei Jahren verschiedene Umlagen, wie die Kreis- oder die Finanzausgleichsumlage. Der größte Posten auf der Ausgabenseite stellen die Personalaufwendungen dar. Aufgrund von Tarifsteigerungen und Höhergruppierungen steigen sie von 7,6 auf 7,8 Millionen Euro.

2,5 Million Euro für Kindergarten im kommenden Jahr

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Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 11,8 Millionen Euro. „Unser Ziel war es eigentlich, die Investitionen nach den Ausgaben für die neue Gemeindemitte wieder auf 10 Millionen herunterzufahren“, sagte Bürgermeister Manfred Härle. Denn größere Projekte sind im kommenden Jahr außer dem Neubau eines sechsgruppigen Kindergartens im Neubaugebiet Stefansfeld nicht vorgesehen. Mit dessen Bau soll noch vor dem Sommer nächsten Jahres begonnen werden. Dafür sind im kommenden Jahr Aufwendungen von 2,5 Millionen Euro eingeplant. Die Kosten insgesamt sind mit rund 6 Millionen veranschlagt. Für die Neubeschaffung von Einsatzfahrzeugen für die Freiwillige Feuerwehr, unter anderem einer neuen Drehleiter, sind 700 000 Euro veranschlagt. Für die Sanierung des Sportplatzes in Beuren sind 300 000 Euro vorgesehen, für den Erwerb von Grundstücken 100 000 Euro. Für die Aufwertung des alten Rathausstandortes in Neufrach ist eine Planungsrate in Höhe von 50 000 Euro in den Investitionshaushalt eingestellt.

Für die Aufwertung des alten Rathausstandortes in Neufrach ist eine Planungsrate von 50 000 Euro in den Investitionshaushalt eingestellt, hier ein Archivbild aus dem Jahr 2016.
Für die Aufwertung des alten Rathausstandortes in Neufrach ist eine Planungsrate von 50 000 Euro in den Investitionshaushalt eingestellt, hier ein Archivbild aus dem Jahr 2016. | Bild: Peter Schober

Keine Kreditaufnahme nötig

Im kommenden Jahr kommt die Gemeinde voraussichtlich trotz der erschwerten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wie Bürgermeister Manfred Härle sagte, ohne eine Kreditaufnahme aus: „2021 können wir noch ganz gut über die Runden bringen.“ Aber wie es weitergehe, darüber ließen sich derzeit keine Prognosen stellen.