2018 hatte Martin Wielatt für sein landwirtschaftliches Anwesen zwischen Beuren und Weildorf einen Sonderlandeplatz für Ultraleichtflugzeuge beantragt. Sowohl der Salemer Gemeinderat als auch eine große Anzahl von Bürgern waren gegen das Vorhaben. Über den Antrag zu entscheiden hatte das Regierungspräsidium Stuttgart und lehnte die Planungen ab. Die Behörde sah das Grundstück schlichtweg als nicht geeignet an.

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Auf Gelände wurden Obstbäume gepflanzt

Wielatt reichte daraufhin Klage beim Verwaltungsgericht in Sigmaringen ein. Florian Nagel, Richter und Pressesprecher, teilt mit, dass die Klage in dem Verfahren im Dezember vom Kläger zurückgenommen worden sei, „sodass das Gericht nicht mehr entscheiden wird“. Der Obstbauer bestätigt dies. „Es wird definitiv keinen Landeplatz geben“, sagt Wielatt am Telefon. Die Bürgerschaft in Beuren wisse das bereits. Schließlich habe er auf dem betreffenden Gelände schon Obstbäume gepflanzt und Hagelnetze ausgebracht.

Martin Wielatt hat auf dem für den Landeplatz vorgesehenen Gelände Obstbäume angepflanzt und Hagelnetze ausgebracht.
Martin Wielatt hat auf dem für den Landeplatz vorgesehenen Gelände Obstbäume angepflanzt und Hagelnetze ausgebracht. | Bild: Martina Wolters

Landwirt nennt mehrere Gründe für Rückzug

Gründe für die Aufgabe nennt Wielatt gleich mehrere. Zum einen habe er seinen Hof zum 1. Oktober seinem Sohn überschrieben. Zum anderen verweist Wielatt auf die Kosten des Verfahrens. „Jetzt hätte es richtig Geld gekostet“, betont er. Bislang sei er ohne Rechtsbeistand ausgekommen. Für den nächsten Schritt hätte er einen Rechtsanwalt gebraucht, sagt Wielatt. Den Gegenwind von rund 200 Beurener Bürgern gibt er ebenfalls als Rückzugsgrund an. Auch waren Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt worden.

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Eine Pressesprecherin des Regierungspräsidiums hatte im September 2020 gegenüber dieser Zeitung bezüglich der Ablehnung erläutert: „Entscheidend für die Ablehnung war, dass das Gelände aus luftfahrttechnischer Sicht ungeeignet ist und ein vorhandenes Hindernis aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht beseitigt werden kann. Der Flugplatz würde zudem zu einer Gefährdung des Straßenverkehrs führen.“

Ablehnungsbescheid akzeptiert er aber nicht

Die Frage, ob er den ablehnenden Beschluss vonseiten des Regierungspräsidiums gegen den Landeplatz für Ultraleichtflugzeuge nun akzeptiere, verneint Martin Wielatt. Der Hobbypilot zeigt sich sicher, dass in Wirklichkeit nicht technische, sondern politische Gründe schuld seien an dem Ablehnungsbescheid. Das Vorhaben hatte allgemein zu emotionalen Debatten geführt – etwa im Gemeinderat und bei einer Diskussionsveranstaltung der Ortsverbände von Grünen und SPD. Nun scheint das letzte Kapitel geschrieben zu sein.