Der „Lockdown“ hat die Kleinkunst monatelang brach liegen lassen. Langsam nehmen die Bühnen unter Corona-Bedingungen wieder ihren Betrieb auf. So auch das Salemer Kulturforum. Die Musikkabarett-Gruppe Volksdampf war ursprünglich für Ende April gebucht, doch ihr Auftritt musste verschoben werden. Nun stand sie auf den Brettern, die sprichwörtlich die Welt bedeuten.

Suso Engelhardt gab als Zusage einen italienischen Barden.
Suso Engelhardt gab als Zusage einen italienischen Barden. | Bild: Mardiros Tavit

In ihrem aktuellen Programm „Schöne Grüße aus dem Hinterhalt“ ordnet Volksdampf den Menschen in genau dieser Welt ein. Dieses Vorgehen gipfelt darin, dass das Himalaja-Gebirge auf den Menschen mit all dessen Unvollkommenheit und selbstzerstörerischen Einbildung niederschaut.

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Auf der Bühne standen Lisa Greiner, Reiner Muffler und Suso Engelhardt unter Dampf. Doch bevor sie aus dem Hinterhalt sich den menschlichen Schwächen annahmen, galt es, mit dem Publikum eine Vereinbarung zu treffen. „Wir sind für ihre Unterhaltung zuständig. Am Ende des Programms sollen sie sich besser fühlen als davor“, gab das Trio als Zielvorgabe aus. Und damit das Kabarett-Publikum sich nicht sofort verausgabt und die Ansprüche bis zum Ende zu hoch hängt, bekam es noch eine zweite Aufgabe für den Abend. „Fangen sie mit 80 Prozent an und steigern sie sich bis zum Ende.“

Lisa Greiner von der Musikkabarett-Gruppe Volksdampf.
Lisa Greiner von der Musikkabarett-Gruppe Volksdampf. | Bild: Mardiros Tavit

Daran war aber nicht zu denken. Volksdampf lief gleich zu Beginn mit Volldampf im Neufracher Prinz Max auf. Die 75 Kabarett-Fans, paarweise und mit viel Abstand im Saal sitzend, konnten einen Mundart-Parforceritt erleben. Ihr Amüsement war nicht auf schnelle Schenkelklopfer und Comedyeinlagen aufgebaut, sondern auf Wortwitz.

Reiner Muffler von der Musikkabarett-Gruppe Volksdampf.
Reiner Muffler von der Musikkabarett-Gruppe Volksdampf. | Bild: Mardiros Tavit

Der dann mal messerscharf, mal hinterlistig, mal politisch, mal philosophisch, aber immer intelligent daher kam. Manchmal dauerte es, bis die Pointe des Zuhörers Hirn durchdrang, und den Humorprozess der weißen Gehirnzellen in Gang setzte. Umso größer dann das anerkennende Schmunzeln und Lächeln im Saal. Und am Ende gab es tatsächlich auch noch Lob für das Publikum. Es tat, wie gewünscht. Es war hinterher besser drauf als vor dem Auftritt.

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