Einen Antragsteller auf einen anderen Bauplatz verschieben, damit die letzten beiden freien Flächen im Gewerbegebiet von Neufrach nebeneinander liegen: Diese Idee war im Gemeinderat auf Anklang gestoßen. Gemeinderätin Stephanie Straßer (FWV) hatte den Grundstückstausch vorgeschlagen.

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Firma Walz lehnt Tausch von Grundstücken ab

Doch der betroffene Unternehmer lehnte diesen Tausch ab, wie Bauamtsleiter Marc Dürrhammer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats von Salem bekannt gab: „Nach Rücksprache mit Herrn Walz hat dieser mitgeteilt, dass das alternativ angebotene Grundstück nicht zu den angestrebten Zielen und Plänen passe.“ Aufgrund des Größenunterschieds wolle der Antragsteller weiterhin das Grundstück kaufen, das ihm im Februar zugesagt worden war. Da er alle Forderungen uneingeschränkt erfüllt habe, habe er einen Anspruch auf die endgültige Zusage für die gewünschte Fläche. „Darüber hinaus sind durch die beinahe bauantragsreife Planung, welche aufgrund der Grundsatzzusage veranlasst wurde, bereits erhebliche Kosten entstanden“, merkte Dürrhammer an.

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Das Ausloten dieser Tauschmöglichkeit sei legitim gewesen, bekundete Bürgermeister Manfred Härle. Doch nachdem der Interessent dies ablehne, müsse die Gemeinde Verlässlichkeit bieten. Stephanie Straßer merkte an: „Ich finde es schade, dass wir das nicht hingekriegt haben.“ Bei der nächsten Erweiterung des Gewerbegebiets müsse man umdenken, was den Flächenverbrauch angehe: „Spätestens in Buggensegel ist es rum“, verwies sie auf die maximal mögliche Ausweitung.

Rat stimmt mit fünf Enthaltungen für Vergabe

Ulrich König (FDP) gab zu bedenken, dass der Bebauungsplan flexibel gestaltet werden müsse, um verschiedenen Bedürfnissen gerecht zu werden. Petra Karg (GoL) entgegnete: „Wir wissen alle, dass es auch um andere Dinge wie Klimaschutz und Flächenfraß geht.“ Darüber müsse man sich Gedanken machen, doch heute gehe es nicht darum. Manfred Härle knüpfte an: „Heute geht es um die Vergabe an Herrn Walz. Das hat eine Vorgeschichte und wir müssen uns auch daran messen lassen.“ Bei fünf Enthaltungen stimmte das Gremium der Vergabe zu.

Am Ende fehlt ein Grundstück

Auf die zwei verbleibenden Grundstücke bewarben sich die Unternehmen TGA Bodensee und Ciancio Garten Tiefbau. Die Gebäudetechnik-Firma TGA Bodensee brauche beide Flächen, wie Dürrhammer mitteilte: „Um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden, strebt die TGA eine Zusammenlegung ihrer beiden Standorte an.“ Der Standort in der Bahnhofstraße soll beibehalten werden, doch die Markdorfer Filiale soll nach Salem verlegt werden. „Eines der Grundstücke soll mit einem Verwaltungsgebäude bebaut werden, das kleinere Grundstück soll überwiegend als Lager dienen“, erläuterte der Bauamtsleiter die Planungen für die etwa 1000 und 1350 Quadratmeter großen Grundstücke.

Rat möchte Gebäudetechnik-Firma mit 104 Mitarbeitern halten

Petra Herter (CDU) betonte: „Dieses Gewerk ist in Zukunft ganz wichtig.“ Deswegen sei es gut, wenn man die Gebäudetechnik-Firma vor Ort habe. Zudem seien die 104 Mitarbeiter des Unternehmens eine Hausnummer, die man in Salem halten wolle. Stephanie Straßer (FWV) garantierte ebenfalls ihre Zustimmung, sorgte sich aber, dass das von der Stadt Markdorf angebotene Grundstück möglicherweise attraktiver für das Unternehmen sei als zwei getrennte Grundstücke in Salem. Arnim Eglauer (SPD) sagte: „Wenn die TGA mit drei Grundstücken leben kann, müssen wir sie nicht auf zwei drücken.“

Ciancio Garten und Tiefbau geht leer aus

Da die Ratsmitglieder der Vergabe der beiden Grundstücke an die TGA Bodensee bei einer Enthaltung zustimmten, ging das Unternehmen Ciancio Garten und Tiefbau aus Salem leer aus. „Wir haben kein weiteres Grundstück zur Verfügung, daher würde ich den Tagesordnungspunkt runternehmen“, sagte Bürgermeister Manfred Härle. Wenn wieder eine Fläche zum Verkauf stehe, könne der Antragsteller wieder an die Gemeinde herantreten.