Vor 60 Jahren haben sich Ursula und Franz Schiele im Salemer Münster das Ja-Wort gegeben. Im Münster konnten die beiden 81-Jährigen am Samstag nun ihre diamantene Hochzeit feiern. Die beiden Ur-Salemer kennen sich von Kindesbeinen an. Sie haben dieselbe Volksschulklasse besucht. „Dort haben wir uns nicht leiden können“, plaudert Ursula Schiele aus dem Nähkästchen. Und ihr Mann nickt dabei. „Wir waren wie Hund und Katz‘.“

Beim Schlittenfahren fing es an

Nähergekommen sind sie sich als 17-Jährige. Beim Schlittenfahren. „Wir haben uns von da an immer besser verstanden“, erinnert sich Franz Schiele. Mit 21 haben sie schließlich geheiratet. Das mit dem Sich-gut-Verstehen ist bis heute so geblieben.

Ursula und Franz Schiele haben ein reiches Arbeitsleben hinter sich. 1961 hat Franz Schiele von seinem Großvater die Landwirtschaft in Stefansfeld übernommen. Ursula Schiele arbeitete in der markgräflichen Wäscherei und half vor und nach der Arbeit noch in der Landwirtschaft mit. 1985 errichteten sie auf ihrem Anwesen einen Gasthof mit Fremdenzimmern.

Bis 2018 bestand der Gastronomiebetrieb

Die Bezeichnung „Salmannsweiler Hof“ geht auf die Geschichte zurück. Zum einen wurde Salmannsweiler bis ins 18. Jahrhundert gleichwertig mit Salem genutzt. Zum anderen gehörte das Anwesen Schiele früher zum Kloster Salem, ehemals Salmannsweiler. Den Gasthof haben sie zwei Jahre lang neben der Landwirtschaft betrieben. 1987 wurde die Landwirtschaft aufgegeben. Im Jahr 2000 setzte sich das Paar zur Ruhe und übergab den Gasthof an Andreas, einen der beiden Söhne, der den Betrieb 2018 aus Personalmangel aufgeben musste.

Auch in Vereinen haben sich Ursula und Franz Schiele engagiert. Ursula Schiele gehörte zu den Gründern der Salemer Fassköpf, eine der Fastnachtsfiguren des Narrenvereins Salem. Franz Schiele sang 27 Jahre im Münsterchor mit. 2015 übernahm er das Messneramt im Salemer Münster. Dort erneuerten Ursula und Franz Schiele am Samstag in einem von Dekan Peter Nicola zelebrierten Festgottesdienst ihr Ja-Wort.

Das könnte Sie auch interessieren