Samstags war früher klassischerweise Waschtag fürs „Heilix Blechle“, der Papa ging mit dem Schlauch ans Werk, der Sohn mit dem Schwamm. Wie lange ist das her? Heute kann man als „Heilix Blechle“ durchaus bezeichnen, was an Fahrrädern auf den Straßen der Region unterwegs ist. Zum Preis eines der edlen Drahtesel hätte man wohl vor 50 Jahren auch einen Neuwagen bekommen.

Eine solche Anschaffung will denn auch entsprechend gepflegt werden. Eine Wäsche lohne sich nicht nur fürs Auge, sondern auch für die Langlebigkeit des Rades. Besonders im Winter empfiehlt es sich, das Salz abzuwaschen.

Die Fahrradwaschanlage verrichtet schon seit über 20 Jahren ihre Dienste. Sie kostete im Jahr 2001 runde 30 000 D-Mark.
Die Fahrradwaschanlage verrichtet schon seit über 20 Jahren ihre Dienste. Sie kostete im Jahr 2001 runde 30 000 D-Mark. | Bild: Stef Manzini

Anlage hat schon 20 Jahre auf dem Buckel

Wer nicht mit Schlauch und Schwamm ans Werk gehen will, kann sein Zweirad durch die Fahrradwaschanlage laufen lassen. Die Anlage von Reinwald Zweirad in Weildorf hat schon 20 Jahre auf dem Buckel, sie wurde noch in D-Mark bezahlt. Den deutschen Hersteller für die damals rund 30 000 Mark teure Maschine gibt es heute nicht mehr, erzählt Günther Reinwald mit einem Schmunzeln.

Stefan Merkel bereitet ein Rad für die Wäsche in der Fahrradwaschanlage vor. Der Sattel wird mit einem speziellen Bügel geschützt, damit er sich nicht mit Wasser vollsaugt.
Stefan Merkel bereitet ein Rad für die Wäsche in der Fahrradwaschanlage vor. Der Sattel wird mit einem speziellen Bügel geschützt, damit er sich nicht mit Wasser vollsaugt. | Bild: Stef Manzini

Das verschmutzte Rad läuft auf Schienen durch eine Art Metallkasten und kommt auf der anderen Seite blank heraus. Stefan Merkel und Oliver Grammel erledigen die umfangreiche Vorarbeit. Der Sattel wird mit einer Art Haube geschützt, beim E-Bike werden die Akkus entnommen. Dann wird das Zweirad kräftig eingeseift. Stefan Merkel von der Überlinger Inklusionsinitiative Skid hat sichtlich Spaß an dieser Aufgabe.

Nach etwa 15 Minuten ist das Rad wieder blank

Im Waschkasten erledigt dann die Bürste den Rest, genau wie bei einer Autowaschanlage. Das Shampoo sei biologisch abbaubar und werde nach dem Waschvorgang abgepumpt. Etwa zehn Liter Frischwasser würden pro Wäsche noch für die anschließende Rad-Dusche verbraucht, sagt Günther Reinwald. Anschließend trockenreiben, die Kette bei Bedarf nachfetten – fertig. Nach etwa 15 Minuten sieht das Rad aus wie neu, für Kosten von 5 Euro.

Am Ende kommt der Drahtesel sauber raus. Dann noch trockenreiben und die Kette bei Bedarf nachfetten – fertig.
Am Ende kommt der Drahtesel sauber raus. Dann noch trockenreiben und die Kette bei Bedarf nachfetten – fertig. | Bild: Stef Manzini

Nicht jeder hat die Möglichkeit, sein Rad zuhause zu reinigen

Ursprünglich schaffte Familie Reinwald, die seit 1982 in Salem Zweiräder verkaufen, die Waschanlage als Serviceleistung für ihre Kunden an, aber auch, um ein sehr verdrecktes Rad vor der Montagearbeit reinigen zu können. Nicht nur seine eigenen Kunden nutzen dieses Angebot, sagt Günther Reinwald. „So mancher kommt jede Woche von weit her nach Weildorf.“ Denn die Anlage sei weit und breit die einzige. Und nicht jeder habe die Möglichkeit, sein Rad zuhause zu reinigen.

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Manche Radler kommen mit stark verschmutzten Mountainbikes, andere treibt die Bequemlichkeit zur Fahrradwaschanlage. Und Pedelecs sollten nicht mit dem Dampfdruckreiniger sauber gemacht werden, da denn die Elektrik sei nicht gegen den hohen Druck abgedichtet, der dabei entstehe. Das Angebot der Waschanlage werde gut angenommen. „Ich habe die Anschaffung jedenfalls noch nie bereut“, resümiert Günther Reinwald.