Miriam Altmann

Nicht immer führt der direkte Weg zum Ziel. Hannah Schmid hat das selbst bei ihrer Berufswahl erfahren. Nach dem Abitur an der Heimschule Kloster Wald und einer abgeschlossenen Schreinerlehre stand die vielseitig interessierte junge Frau vor der Wahl: Sollte es in Richtung Chemie gehen oder ins Büro? „Meine Freunde und meine Lehrer haben alle gesagt, dass ich in die Verwaltung gehe“, berichtet die 20-Jährige, die schon immer gern organisierte. Dennoch begann sie zunächst ein Chemiestudium, das sie jedoch im zweiten Semester abbrach. Im September startete sie die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten im Salemer Rathaus. „Da stimmt die Chemie mehr“, kann Hannah Schmid bereits jetzt schon sagen.

Hannah Schmid hatte die Qual der Wahl, in welche Richtung es nach dem Abitur gehen sollte: „Meine Freunde und meine Lehrer haben ...
Hannah Schmid hatte die Qual der Wahl, in welche Richtung es nach dem Abitur gehen sollte: „Meine Freunde und meine Lehrer haben alle gesagt, dass ich in die Verwaltung gehe“, berichtet die 20-Jährige. So kam es dann auch, nachdem ein Chemie-Studium doch nicht das Richtige für sie war. | Bild: Miriam Altmann

Zusagen trotz verstrichener Bewerbungsfrist

Zeitgleich mit ihr hat Sarah Schmieder die Ausbildung begonnen. Die 18-Jährige machte im Frühjahr ihr Abitur am Überlinger Wirtschaftsgymnasium und entschied sich schnell für das Verwaltungsfach: „Mir war klar, dass ich einen Bürojob machen möchte, aber trotzdem mit Menschen zu tun haben will“, begründet sie. Dazu sollte es zunächst eine Ausbildung sein, bevor sie möglicherweise noch ein Studium draufsetzt. Sie hatte Glück, eine Stelle in Salemer Rathaus zu erhalten, denn normalerweise endet dort die Bewerbungsfrist im Herbst des Vorjahres.

Sarah Schmieder fühlt sich sehr wohl an ihrem neuen Arbeitsplatz: „Mir war klar, dass ich einen Bürojob machen möchte, aber ...
Sarah Schmieder fühlt sich sehr wohl an ihrem neuen Arbeitsplatz: „Mir war klar, dass ich einen Bürojob machen möchte, aber trotzdem mit Menschen zu tun haben will“, sagt die 18-Jährige. | Bild: Miriam Altmann

Übers neue Rathaus geraten beide ins Schwärmen

Auch Hannah Schmid ist nach Ablauf der Bewerbungsfrist noch „reingerutscht“, wie sie erzählt. Aus anderen Gemeinden und dem Landratsamt seien aufgrund des späten Zeitpunkts nur Absagen eingetrudelt. Sarah Schmieder hatte auch ein paar Zusagen aus anderen Gemeinden erhalten, jedoch war Salem ihr Favorit. „Ich habe früher in der Gemeinde Salem gewohnt und will auch wieder herziehen“, erzählt die 18-Jährige, die noch bei ihrer Familie in Lippertsreute lebt. Das Bewerbungsgespräch habe sie als sehr angenehm empfunden und ihre neue Wirkungsstätte gefalle ihr bestens. Auch Hannah Schmid gerät ins Schwärmen: „Das neue Rathaus in der Neuen Mitte ist ein toller Arbeitsplatz“, meint die Stefansfelderin, die sich zusätzlich über ihren kurzen Arbeitsweg freut.

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Zum Start ein Hausrundgang bis in die Tiefgarage

Die ersten Tage im Rathaus seien ereignisreich gewesen: „Wir wurden in den Ämtern vorgestellt, haben alle kennengelernt und eine Auszubildende im zweiten Jahr hat uns durchs Haus geführt bis runter in die Tiefgarage“, blickt Hannah Schmid zurück. „Ich fühle mich sehr glücklich hier.“ Ihre Azubi-Kollegin fügt hinzu: „Wir wurden richtig gut aufgenommen.“

Sarah Schmieder (links) und Hannah Schmid machen eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten in Salem. Bürgermeister Manfred Härle ...
Sarah Schmieder (links) und Hannah Schmid machen eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten in Salem. Bürgermeister Manfred Härle freut sich über die Verstärkung der beiden jungen Frauen für das Tagesgeschäft im Rathaus. | Bild: Miriam Altmann

Im Laufe der Ausbildung durch alle Abteilungen

Besonders gefällt Sarah Schmieder neben dem Arbeitsklima, dass man durch die unterschiedlichen Tätigkeiten flexibel bleibe. So durchlaufen beide Frauen im Laufe ihrer Ausbildung alle Abteilungen, was sich mit mehrwöchigen Unterrichtsphasen an der Berufsschule abwechselt. „Ich finde das System gut“, sagt Hannah Schmid, „man muss nicht immer umdenken und bleibt in den Themen drin.“

Auch bei den großen Bauprojekten ist Hannah Schmid eingebunden: Tobias Weber erklärt der 20-jährigen Auszubildenden vor dem ...
Auch bei den großen Bauprojekten ist Hannah Schmid eingebunden: Tobias Weber erklärt der 20-jährigen Auszubildenden vor dem Bauzeitenplan, wie es am neuen Kindergarten in Stefansfeld vorangeht. | Bild: Miriam Altmann

Vom Vorzimmer des Bürgermeisters zu den Finanzen

Aktuell ist die 20-Jährige dem Hochbauamt zugeteilt, wo sie sich mit Rechnungen und der Schlüsselausgabe befasst, aber auch Einblicke ins Gebäudemanagement bekommt. Auch mit den großen Bauprojekten – der Glasfassade am Bildungszentrum und dem neuen Stefansfelder Kindergarten – ist sie vertraut. Sarah Schmieder ist im Vorzimmer des Bürgermeisters in alle Tätigkeiten der Sekretärinnen eingebunden: Das reiche von der Veranstaltungsplanung und dem Kartenverkauf über Terminvereinbarungen bis zur Vorbereitung der Gemeinderatssitzungen, erklärt die 18-Jährige. Nach dem Blockunterricht im Dezember soll es für sie in der Finanzverwaltung weitergehen, ihre Kollegin wechselt dann ins Einwohnermeldeamt.

Sarah Schmieder (links) lernt im Vorzimmer des Bürgermeisters alle Tätigkeiten der Sekretärinnen kennen: Hier bereitet sie mit Sabrina ...
Sarah Schmieder (links) lernt im Vorzimmer des Bürgermeisters alle Tätigkeiten der Sekretärinnen kennen: Hier bereitet sie mit Sabrina Wesle die Eintrittskarten für die Veranstaltungen des Kulturforums im kommenden Jahr vor. | Bild: Miriam Altmann

Und was sagt der Bürgermeister?

Bürgermeister Manfred Härle lobt die beiden Auszubildenden: „Sie machen sich hervorragend und unterstützen uns im Tagesgeschäft.“ Das theoretische Wissen, das sie im Blockunterricht erhielten, versuche man im Rathaus in der Praxis einzubinden. „Ich denke, dass sie von uns das notwendige Rüstzeug bekommen“, sagt Härle, „die Ausgangssituation im Öffentlichen Dienst ist sehr gut.“

Wäre der Job als Bürgermeister etwas für sie?

Bis sie weiß, wie es nach der Ausbildung weitergehen soll, will Sarah Schmieder erst einmal alle Abteilungen kennenlernen. Der Job als Bürgermeisterin wäre jedoch nichts für sie, meint sie auf Nachfrage. Auch Hannah Schmid kann sich das noch nicht recht vorstellen, bekennt aber schmunzelnd: „Man soll ja nie Nie sagen.“ Ihr schwebt allerdings schon eine Richtung vor: „Ich würde gern ins Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement gehen, weil das Energiethema immer aktuell bleiben wird.“ Aufgrund der vielen Möglichkeiten für Weiterbildung und Studium könnten sie zwischen zahlreichen Optionen wählen: „Uns steht die Welt offen.“