„Das ist enttäuschend für uns, aber Gesundheit geht vor“, sagt Hubert Armbruster. Er ist Mitglied im Vorstand des Fördervereins Dorfgemeinschaft Mittelstenweiler, der das Dorffestwochenende organisiert. Dem Förderverein bricht mit der notgedrungenen Absage der Veranstaltungen in diesem Jahr die Haupteinnahmequelle weg.

Vorbereitungen waren noch nicht angelaufen

Das einzig Tröstliche an der Geschichte: Es wurden, wie Hubert Armbruster erklärt, noch keinerlei Vorbereitungen für die Veranstaltungen getroffen, die jetzt für die Katz wären. Der Linzgau-Laufcup, zu dem neben dem Uhldinger Halbmarathon, dem Heiligenberger Schlosslauf auch das „Wielemer Viertele„ mit durchschnittlich 400 Teilnehmern als Abschluss zählt, wurde schon sehr frühzeitig abgesagt. So trafen die Planer auch keinerlei Vorkehrungen für das „Wielemer Viertele„ – ob Druck von Flyern oder Voranmeldeeinrichtungen im Internet. Für die Sommernacht und das Dorffest wären die Vorbereitungen sowieso erst später angelaufen.

Hoher Arbeitsaufwand und eine Menge Spaß

„Unsere Veranstaltungen am Dorffestwochenende waren immer sehr gut besucht“, sagt Hubert Armbruster. Sie hätten auch immer sehr viele Gäste von außerhalb angezogen. „Trotz des hohen Arbeitsaufwands macht uns das Dorffestwochenende immer viel Spaß“, bedauert Hubert Armbruster, dass er und seine vielen Mitstreiter in diesem Jahr nun keine Arbeit haben. „Hinter dem Förderverein Dorfgemeinschaft Mittelstenweiler steht das ganze Dorf mit seinen gut 700 Einwohnern“, weiß Hubert Armbruster. Und zwar nicht zuletzt auch dann, wenn es um die Umsetzung von Verbesserungs- und Verschönerungsprojekte im Dorf geht.

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Erlös des Dorffestwochenendes wird fehlen

In dieser Hinsicht hat der Förderverein Dorfgemeinschaft Mittelstenweiler in den rund 20 Jahren seines Bestehens schon schier Unglaubliches geleistet. Die finanziellen Mittel hierfür erwirtschaftete der Förderverein nahezu ausschließlich aus den Erlösen des Dorffestwochenendes. Das eindrücklichste Beispiel für das Engagement des Fördervereins und der Dorfgemeinschaft ist die Sanierung und Ertüchtigung des Dorfgemeinschaftshauses 2004 und 2005. Da hat die Dorfgemeinschaft aus ihren gebildeten Rücklagen nicht nur 20 000 Euro an Barmitteln eingebracht, sondern hat die Kosten für die Gemeinde zusätzlich durch 3500 Stunden Eigenleistung um 50 000 Euro gesenkt. Bei der Einweihung des sanierten Dorfgemeinschaftshauses überreichte Bürgermeister Manfred Tafel eine Erinnerungstafel, auf der steht: „Dank und Anerkennung der Dorfgemeinschaft Mittelstenweiler für den besonderen handwerklichen und finanziellen Einsatz bei der Erweiterung und Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses“.

Abgesagt: das Mittelstenweiler Dorffest.
Abgesagt: das Mittelstenweiler Dorffest.

Auch bei anderen Projekten hat der Förderverein tatkräftig und finanziell mitgeholfen. „Seit Bestehen des Fördervereins haben wir rund 50 000 Euro an Barmitteln eingebracht“, summiert Thomas Notheis, der Vorsitzende des Fördervereins auf. Daneben spendete der Förderverein in den zurückliegenden Jahren aus den Erlösen des Dorffestwochenendes immer 1000 Euro für gemeinnützige Zwecke. Nutznießer waren beispielsweise das Alten- und Pflegeheim Wespach, die Mitbürgerhilfe, das Rote Kreuz oder das Mädchen- und Jungen-Sommerlager.

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