Die Entscheidung, im kommenden Jahr keine Gänse mehr zu halten, ist Thorsten Möller nicht leicht gefallen. Seit sieben Jahren pflegt der junge Salemer dieses Hobby und zieht rund 100 Gänse auf. In diesem Jahr waren es sogar 40 Tiere mehr. Einmal vor Martini und am 22. bis 23. Dezember schlachtet er die Federtiere selbst und bietet sie zum Verkauf. Seine Lebenspartnerin Jennifer Löhle unterstützt ihn tatkräftig. Auch Töchterchen Jana Mailine kennt schon den Lockruf für das Federvieh.

Für Schlachttermine geht eine Woche Urlaub drauf

Jeder Schlacht- und Verkaufstermin kostet den Familienvater, der mittlerweile bei Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen schichtet, je eine Woche Urlaub. Diese Zeit will er im kommenden Jahr nutzen, mit seiner Familie von Neufrach nach Buggensegel zu der Hofstelle in der Weilerstraße 3 umzuziehen, wo er bislang schon geschlachtet und verkauft hat. Hinzu kommt, dass er und seine Partnerin noch einmal Nachwuchs erwarten. „Wir wollen uns deshalb im kommenden Jahr ein bisschen mehr Ruhe gönnen“, sagt Thorsten Möller.

Schon im Alter von einigen Wochen kommen die Gänschen auf Möllers Koppel, zur Freude von Töchterchen Jana.
Schon im Alter von einigen Wochen kommen die Gänschen auf Möllers Koppel, zur Freude von Töchterchen Jana. | Bild: Thorsten Möller

Kosten für Haltung der Tiere stark gestiegen

Denn die Gänse kosten viel Zeit, sie müssen täglich gepflegt und gefüttert werden, auch Ausmisten ist angesagt. Außerdem stiegen die Kosten für die Haltung der Tiere. Der Preis für das Futter sei aufgrund des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Lieferengpässe stark gestiegen, wie Möller erläutert. Und das, obwohl er Weizen, Gerste, Mais und Mineralfutter aus der Region bezieht. Aber: „Die Engpässe in der Welt treiben die Preise hoch.“ Zudem habe lange herumtelefonieren müssen, bis er einen Tierarzt gefunden habe, der seinen Tieren die erforderliche Wurmkur verabreicht. Auch dort fehle es an Kapazitäten und Material.

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40 Gänse können noch geordert werden

Der Hobbyzüchter mag dennoch nicht klagen, die finanziellen Einbußen hielten sich die Waage. „Mir reicht eine schwarze Null“, sagt Thorsten Möller. Zwei Drittel der Tiere in diesem Jahr hat er schon als Martinsgänse verkauft oder sie sind für den Festtagsbraten reserviert. 40 Gänse können noch geordert und kurz vor Weihnachten abgeholt werden.

140 Gänse hat Thorsten Möller in diesem Jahr aufgezogen.
140 Gänse hat Thorsten Möller in diesem Jahr aufgezogen. | Bild: Thorsten Möller

Im kommenden Jahr springt der Auenhof ein

Auch im kommenden Jahr brauche aber kein Kunde auf eine Weihnachtsgans verzichten, beruhigt Thorsten Möller. Bei der Abholung der gerupften und ausgenommenen Gänse werde er Visitenkarten vom nahegelegenen Auenhof verteilen. Mit dem dortigen Geflügel- und Pferdezüchter Markus Weinmann kooperiere er gern. Weinmann vertrete dieselbe Philosophie der artgerechten Haltung und Schlachtung der Tiere am Hof.

Thorsten Möller will nach der Pause im Bereich Geflügel bleiben

Ob Thorsten Möller nach dem Babyjahr noch einmal in die Gänsezucht einsteigen wird, hat er noch nicht entschieden. Er will sich neu orientieren, kann sich aber vorstellen, im Bereich Geflügel zu bleiben. An den Weihnachtstagen werden der gelernte Koch und seine kleine Familie nicht auf den gewohnten Gänsebraten verzichten, weder diesmal noch im Folgejahr. Sogar die kleine Tochter esse da schon kräftig mit.

Gänsebraten für zwölf Personen nach einem Rezept von Thorsten Möller

  • Zutaten: eine Gans, Salz, Pfeffer, gewürfelten Speck und gewürfelte Zwiebeln; etwa 400 Gramm Bratwurstbrät roh, etwa 500 Gramm Kartoffeln, Petersilie, Majoran, Semmelbrösel, Mehl, vier Eier.
  • Zubereitung: Kartoffeln schälen, kochen und durch die Kartoffelpresse drücken. In einer Pfanne den Speck und die Zwiebeln anbraten, die Bratwurstmasse dazugeben und erhitzen. Kartoffelmasse und Bratwurstmasse zusammen in eine Schüssel geben. Kräuter hacken und der Masse beigeben, Eier und Paniermehl ebenfalls untermengen. Die Masse sollte handfest sein. Ist sie zu weich, Paniermehl und Mehl beifügen. Nun die Gans mit der Masse füllen, zunähen und mit der Brust nach unten bei 130 Grad Umluft etwa sechs bis sieben Stunden (je nach Größe der Gans) garen. Zum Schluss die Gans umdrehen und mit der Brust nach oben knusprig und goldgelb fertig braten.