Der Bodenseekreis kann in dem hinter der Firma Kugler geplanten Baugebiet in Stefansfeld eine Gemeinschaftsunterkunft für bis zu 100 Asylbewerber errichten. Der Gemeinderat stimmte sowohl einem entsprechenden Bauantrag zu als auch der Vermietung des 1500 Quadratmeter großen Grundstücks auf zunächst 20 Jahre. Der jährliche Mietzins betrifft nach Angaben der Verwaltung vier Prozent des Grundstückswerts.

"Wir wollen die Notunterkünfte abbauen und jenen Bedarf, den wir durch Anmietungen von Immobilien nicht schaffen, durch eigene Häuser decken, die später auch zu Sozialwohnungen umgebaut werden können", erklärte Harald Betting vom Bau- und Liegenschaftsamt. Deshalb soll das dreigeschossig in Massivbauweise ausgeführt werden. Es hat auch keine tragenden Innenwände, damit später mit wenig Aufwand Wohnungen eingerichtet werden können.

Wunsch nach Informationen

Gemeinderat Peter Frick (CDU) konstatierte, dass sich durch den Zuzug von bis 100 Asylsuchenden der Teilort Stefansfeld in nicht unerheblichem Maß verändern werde und rief deshalb nach einer Informations-Veranstaltung der Stefansfelder Einwohner. "Man sollte die Bevölkerung mitnehmen, um Ängste abzubauen", erklärte Frick. Eine Info-Veranstaltung soll nach Bettings Ankündigung auch stattfinden, sobald das Bauvorhaben konkreter wird. Mit der Errichtung der Gemeinschaftsunterkunft soll Mitte November begonnen werden. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Mai 2017 vorgesehen.

Frage nach der Quote

Petra Karg (GOL) wollte wissen, ob Salem im Rahmen der Quote liegt, die die Kommunen des Bodenseekreises an Asylbewerbern aufzunehmen haben. Bettings Angaben zufolge liegt Salem bei den Gemeinschaftsunterkünften mit 80 Plätzen im Neufracher Gewerbegebiet und 40 Plätzen im ehemaligen Gasthaus Hirschen in Mimmenhausen im derzeit geltenden Soll. Bei den Anschlussunterbringungen liege Salem jedoch um 48 Plätze unter Soll.