Baumanns Auftritt war als witziger Abschluss des Linzgau-Lauf-Cups geplant und dementsprechend waren viele Laufbegeisterte im Publikum. Diese wurden vom Komödianten, der sich schon vor der Veranstaltung unter die Zuschauer mischte, lustig fachsimpelnd mit einbezogen.

Die meiste Zeit auf dem Laufband

Die meiste Zeit des rund eineinhalbstündigen Auftritts verbrachte der Sportler dabei auf dem Laufband. Mal joggend, mal elegant tanzend, sprang und hüpfte er leichtfüßig auf dem Band, drehte Pirouetten und spulte scheinbar nie außer Atem kommend sein Comedyprogramm ab. Die Rahmengeschichte war dabei ein 100 Kilometer langer Ultralauf, den Baumann im schweizerischen Biel auch selber schon als „Finisher“ absolviert hat.

Alle Bausteine des Lebenspuzzles von Dieter Baumann passen in den Rahmen.
Alle Bausteine des Lebenspuzzles von Dieter Baumann passen in den Rahmen. | Bild: Lorna Komm

Im Startpulk der mehr als 3000 Läufer waren die unterschiedlichsten Charaktere dabei und teilweise begegnete ihm der „Angeber mit den gelben Kompressionsstrümpfen und großer Klappe“ immer wieder. Das Auf und Ab der Gedanken eines Langstreckenläufers schilderte der auch als „weiße Kenianer“ bekannte Baumann in allen Höhen und Tiefen. Er thematisierte dazu sein persönliches Scheitern beim Hamburg Marathon 2002, als er nach 36 Kilometern aufgeben musste, oder rezitierte Teile der Geschichte des laufenden Gefängnisinsassen aus dem Laufbuch „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“ von Alan Sillitoe.

Das könnte Sie auch interessieren

Nebenbei erklärt Baumann, dass er seit zwölf Jahren Laufprojekte mit jugendlichen Straftätern organisiert. „Mir läuft keiner davon“, ist er sich sicher. Im Ziel des imaginären Ultralaufs angekommen, verblüffte Baumann mit seinem Lebenspuzzle. Wie bei einem Zaubertrick passt das Bild in den Rahmen, auch wenn unvorhergesehene Bauteile wie die Doping-Affäre dazukommen. Läufer geben keine Zugabe. „Stellen Sie sich vor, bei meinem Olympiasieg in Barcelona hätte noch jemand Zugabe gerufen“, verabschiedete er sich.